Ebersberger Kreistag Kein Geld von der Bank für Sparkassengebäude

Das alte Sparkassengebäude.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Nach dem umstrittenen Kauf des Sparkassengebäudes hält Ebersbergs Landrat eine Rückerstattung für unwahrscheinlich. Wie es jetzt damit weiter geht.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Gekauft ist gekauft, das gilt selbst für die Katze im Sack - oder das ehemalige Sparkassengebäude. Dieses hatte der Landkreis erworben, um dort Büros des Landratsamtes unterzubringen. Im Juli aber stellte sich heraus, dass der Umbau sehr viel teurer würde als geplant. Grund sind Mängel beim Brandschutz sowie die Entfernung belasteter Baumaterialien. Wofür man aber nicht den Verkäufer verantwortlich machen könne, erklärte nun Landrat Robert Niedergesäß (CSU). Er hält eine Kostenerstattung oder eine Rückabwicklung des Kaufs für unmöglich.

Das Sparkassengebäude in der Kolpingstraße in Ebersberg sollte das Landratsamt von seinem chronischen Platzmangel befreien, und dies möglichst kostengünstig. Im Januar übernahm der Kreis das Gebäude für 12,1 Millionen Euro, für Umbauten waren ursprünglich 3,3 bis vier Millionen einkalkuliert. Bereits vor der Übernahme stellte sich heraus, dass dieser Rahmen nicht zu halten ist. Mit etwa sechs Millionen Euro Umbaukosten müsse man rechnen, so war es im Oktober im Liegenschaftsausschuss des Kreistages zu vernehmen - eine Streichliste verzichtbarer Maßnahmen wurde erarbeitet.

Im Juli zeigte sich dann, dass es richtig teuer werden würde: Mehr als elf Millionen Euro sollte der Umbau nun kosten. Während der seit Januar laufenden Sanierungen wurden künstliche Mineralfasern in den Wänden gefunden. Diese waren früher als Dämmstoff eingesetzt worden, inzwischen gelten sie als gesundheitsschädlich und müssen teuer als Sondermüll entsorgt werden.

Offenbar wurden Teile des Gebäudes wider der Baugenehmigung errichtet

Außerdem sind Teile des Gebäudes offenbar nicht entsprechend der Baugenehmigung errichtet worden, was Nachrüstungen beim Brandschutz erforderlich macht. Die Kreisräte reagierten auf diese Fakten und Zahlen eher unfroh - um es höflich auszudrücken. Aus allen Fraktionen kam heftige Kritik: an der Verwaltung, die zu wenig geprüft habe, genau wie an den Gutachtern, die die Mängel offenbar übersehen hätten - und an der Sparkasse, die den Landkreis möglicherweise beim Verkauf übervorteilt habe.

Was davon zutrifft, soll nun in den kommenden Wochen geklärt werden. Den Anfang macht am Montag, 24. September, der Liegenschaftsausschuss des Kreistages. Im öffentlichen Teil der Sitzung sollen eine Chronologie der Vorgänge vorgestellt und Fragen der Fraktionen beantwortet werden. Außerdem haben die Grünen den Antrag eingebracht, der Kommunale Prüfungsverband solle den Kauf des Gebäudes untersuchen.

Letztlich entscheidet der Kreistag, was mit dem Gebäude passiert, Landrat Niedergesäß hat nun erneut erklärt, er würde es am liebsten wieder verkaufen. Der Käufer erhielte es weitgehend im Originalzustand, seit Juli sind die Umbauarbeiten am Gebäude nämlich eingestellt. Aktivität gebe es lediglich im Sparkassensaal, so der Landrat, dort finden ab und zu Veranstaltungen statt.

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