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Nach drei Monaten:Kletteranlage in Markt Schwaben ist wieder geöffnet

Letzte Sicherheitsbedenken wurden bei einer Prüfung ausgeräumt. Auch formal soll das Areal zu einer Sondergebietsfläche für Freizeit und Erholung werden

Monatelang mussten die Markt Schwabener Kletterer fürchten, dass sie ihr Hobby nicht mehr ausüben können. Jetzt gibt es endgültig Entwarnung.

(Foto: Christian Endt)

Der Montag war für so manchen Kletterer ein unverhofft guter Tag. Rund 30 von ihnen packten zum ersten Mal seit Monaten ihre Kletterschuhe in den Rucksack, machten sich zum Gelände zwischen Anzinger Sempt und Henningbach auf und drückten und zogen sich die Wände der Markt Schwabener Kletteranlage hoch. Zuvor hatte sie der sportliche Befreiungsschlag erreicht, die Nachricht, auf die die 1700 Mitglieder der Markt Schwabener Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) sehnsuchtsvoll gewartet hatten: "Der Kletterbetrieb kann wieder uneingeschränkt aufgenommen werden." Eine frohe Botschaft, die das Ende einer existenziellen Durststrecke für den zweitgrößten Verein im Ort einläutet. Schließlich waren die Sportler seit der plötzlichen Schließung der Anlage durch die Gemeinde im März ihrer Existenzgrundlage beraubt - drei Monate später ist das sportliche Tal nun überwunden.

Nachdem die Verwaltung die Haftungsgefahr erkannt hatte, die mit der 16 Jahre lange geduldeten Kletterei auf dem als Kläranlage genehmigten Gelände einherging, zog die Marktgemeinde Mitte März ohne Vorwarnung die Reißleine. Entsprechend geschäftige Zeiten hat Sven Idek hinter sich. Der zweite Vorsitzende der Sektion und seine Sportsfreunde harrten im Gemeinderat aus, sammelten Nachweise und Gutachten - und tätigten noch am Montag letzte Handgriffe, um das Herz ihres Vereins wieder zum schlagen zu bringen. Idek zeigt sich am Mittwoch erleichtert.

Sicherheitsbedenken gibt es jetzt nicht mehr

Die plötzliche Schließung und zwischenzeitliche Kündigung durch die Gemeinde habe den Verein "durch Mark und Bein erschüttert". Dank eines gemeinsamen Kraftakts von Verein, Landratsamt und Gemeinde konnten letzte Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden - noch am Montag war ein Experte des DAV-Bundesverbands in Markt Schwaben unterwegs. Ein paar Sicherheitsprüfungen der Statik und Handgriffe später folgte dessen Freigabe: keine Sicherheitsbedenken, rauf auf die Wände.

Die Anlage wird nun auch formell von einer Klär- zu einer Kletteranlage. Am Dienstagabend gab der Markt Schwabener Gemeinderat dafür bereits den Startschuss. Laut der einstimmig eingeleiteten Bauleitplanung soll das Areal zu einer Sondergebietsfläche für Freizeit und Erholung mit der Zweckbestimmung "Kletteranlage" werden - und auch um einen Fuß-/Radweg reicher. Der soll entlang des Henningbachs und der Eisenbahn führen. Bernd Romir (Freie Wähler) bot an, dafür mit dem Grundstücksbesitzer zu sprechen.

Und was ist mit der Ortsfeuerwehr, die die Räume der alten Kläranlage jahrelang für Übungen mit echten Flammen genutzt und zwischendurch ebenfalls die Kündigung kassiert hatte? Sie soll bestehende Mängel zum Monatsende abarbeiten - bis dahin kann sie ihre Übungen ohne offene Feuer durchführen. Ein zeitiges Happy End für alle Beteiligten also, das Vorfreude unter den Markt Schwabener Kletterern auslöst: "Die Leute scharren schon mit den Hufen", so Idek.

Am Samstag, 29. Juni, findet das Sommerfest mit Bouldercup des DAV Markt Schwaben statt. Beginn 10 Uhr im Kletterzentrum am Sägmühlenweg 45. Anmeldungen für den Bouldercup unter info@dav-marktschwaben.de, Telefon (08121) 9891680.