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Musik:"Bei Bellini geht das Herz auf"

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Dirigent Hans Peljak.

(Foto: Veranstalter/oh)

Der Glonner Dirigent Hans Peljak bringt italienische Opernchöre auf die Bühne. Neue Sänger sind herzlich willkommen

Klotzen, nicht kleckern, das scheint sich Dirigent Hans Peljak bei seinem derzeitigen Großprojekt vorgenommen zu haben: Der Gemischte Chor Glonn und der Chor der Bürger-Sänger-Zunft München mitsamt seinem sinfonischen Orchester sowie internationale Solisten sollen im Mai im Alten Speicher in Ebersberg und im Künstlerhaus am Stachus in München gemeinsam auftreten. Geplant ist ein Konzert mit italienischen Opernchören von Giuseppe Verdi und Vincenzo Bellini, etwa aus "Nabucco", "Macbeth" oder "Norma". Zwischen Skischule und Chorproben erzählt der Dirigent Hans Peljak von der Suche nach Tenören und dem Wagnis, mit seinem Glonner Ensemble erstmals in Ebersberg aufzutreten.

SZ: Sie suchen noch Mitsänger für Ihr großes Projekt?

Hans Peljak: Wir haben diese tollen Chorstücke schon mal 2015 im Programm gehabt, nun wollen wir sie noch einmal präsentieren. Damals waren wir damit in mehreren bayerischen und baden-württembergischen Städten unterwegs, in Augsburg etwa vor 1000 Zuhörern. Nun ist der Chor aber nicht mehr so groß wie noch vor fünf Jahren, deshalb laden wir interessierte Sängerinnen und Sänger ein, mitzumachen.

Welche Stimmlagen sind denn am schwierigsten zu finden?

Heutzutage ist schwieriger, Männerstimmen zu finden. Die Mehrheit der Chöre sucht dringender Tenöre. Aufgrund unseres groß besetzten Orchesters, das natürlich ganz schön Sound machen kann, benötigen wir aber auch gute Frauenstimmen, deshalb sind bei uns alle Stimmlagen eingeladen.

Wie kamen Sie auf die Idee, beide Chöre zusammen zu bringen?

Weil ich beide Chöre leite, war die Idee nicht so abwegig. Vergangenes Jahr hatten wir bereits ein ähnliches Projekt des Münchner Bürger-Sänger-Zunft-Chores gemeinsam mit meinem Basilika-Chor Benediktbeuern. Deshalb kann sich der Münchner Chor in relativ kurzer Zeit wieder einarbeiten in das neue Projekt. Übrigens hat sich inzwischen noch ein weiterer Chor gemeldet, der gerne mitmachen würde; das sprengt aber leider platztechnisch den Rahmen im Künstlerhaus in München.

Was ist das Herausfordernde an so einem Projekt?

Naja, vor allem die ganze Planung. Mit dem Umfang des Programms kann ich gut umgehen, ich habe kürzlich in Miesbach ein Konzert mit vier Chören veranstaltet. Nun ist aber ein Konzert zusätzlich mit großem Orchester noch etwas umfangreicher, da auch viel mehr Noten benötigt werden. Herausfordernd ist aber auch das Wagnis, dieses Programm in Ebersberg zu präsentieren. Weil es in Glonn keinen passenden Raum für ein Event dieser Größenordnung gibt, wollen wir erstmals mit neuem Veranstalter in Ebersberg auftreten.

In "Norma" geht es ja um eine recht irre Liebesgeschichte, bei der zwei Liebende nach einigem Wirrwarr im Tod wieder zusammen finden. Was rührt Sie am meisten an diesem Stoff?

Die Handlung mag wie bei vielen italienischen Opern etwas simpel, schablonenhaft oder auch irre wirken, wenn man aber die Musik von Bellini dazu hört, dann geht einem einfach das Herz auf. Speziell das berühmte "Casta diva" ist ein Stück, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Und wer schon tolle Aufführungen dieser Oper erleben durfte, fragt sich manchmal, warum Bellini in deutschen Landen nicht öfters gespielt wird.

Das Opernkonzert des "Gemischten Chors Glonn" und des "Chors der Bürger-Sänger-Zunft München" mitsamt seinem sinfonischen Orchester sowie internationalen Solisten wird zwei Mal aufgeführt: am Sonntag, 17. Mai, im Künstlerhaus am Stachus in München und am Sonntag, 24. Mai im Alten Speicher in Ebersberg. Auf dem Programm stehen zum Beispiel der "Gefangenenchor" aus der Oper "Nabucco", der "Zigeunerchor" aus dem "Troubadour", das "Trinklied" aus "Traviata" sowie Melodien aus "Macbeth" und "I Lombardi". Die Proben finden wöchentlich statt, dienstags von 19.45 bis 21.45 Uhr im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Glonn, Klosterweg 5, zweiter Eingang, erster Stock. Neue Mitsängerinnen und -sänger sind herzliche eingeladen. Zusätzlich gibt es ein Probenwochenende im März in Dachau sowie Endproben mit großem Orchester Anfang Mai in München. Weitere Infos erhalten Interessierte bei Brigitte Domes unter (08092) 832 17 oder bei Hans Peljak unter (08025) 8065.

© SZ vom 18.02.2020
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