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Museum Wasserburg:Ausstellung über Patientenmorde

Die Geschichte der Stadt Wasserburg in der NS-Zeit ist durch ihre Ortsteile Attel und Gabersee eng mit der Geschichte des "Euthanasie"-Programms verbunden. 742 Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen, die im Kloster Attel oder im Bezirkskrankenhaus Gabersee lebten, fielen den NS-Patientenmorden zum Opfer. Begleitend zur Einweihung eines neuen Denkmals für die Opfer des Nationalsozialismus am Heisererplatz zeigt das Museum Wasserburg nun eine Ausstellung, die über diese Epoche aufklären möchte: "In Memoriam - Euthanasie".

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, dem Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg und der Stiftung Attl durch ein Begleitprogramm ergänzt. Der Kurator der Ausstellung, Michael von Cranach, hält am Montag, 10. Februar, einen Vortrag über den Psychiater Valentin Faltlhauser, der sich vom Reformpsychiater zum "Euthanasie"-Verfechter gewandelt hat. Anhand seiner Biografie sollen die Bedingungen aufgezeigt werden, die dazu führten, dass ein humanistisch gebildeter und reformorientierter Arzt schließlich seine Patienten ermordete. Die Veranstaltung findet statt im Sparkassensaal in der Rosenheimer Straße 2 und beginnt um 19.30 Uhr. "Vom Denkmal zum Gedenken - eine Führung zum Denkmal der Opfer des Nationalsozialismus und durch die Ausstellung" bietet Stadtarchivar Matthias Haupt am Sonntag, 16. Februar, an. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Heisererplatz. Haupt leitet die Gedenkarbeit der Stadt Wasserburg und die Forschung zur Stadtgeschichte in der NS-Zeit. Er gibt Einblick in die Entstehungsgeschichte und Symbolik des Denkmals, erläutert die Forschung der vergangenen Jahre und führt durch die Ausstellung, die er um die lokalen Bezüge ergänzte.

© SZ vom 08.02.2020 / sz

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