Von Grafing ganz im Osten bis nach Fürstenfeldbruck im Westen – überall in der Region München waren am Winterhimmel in der Nacht auf Dienstag Nordlichter zu sehen. Die auch Aurora Borealis genannte Himmelserscheinung ließ die Atmosphäre in schillernden Farben und die Augen vieler Hobbyfotografen aufleuchten. Die Lichtphänomene seien „sehr intensiv und ständig tanzend“ gewesen, erzählt etwa Burkhard Pietzner vom Grafinger Fotoclub „Blende 85567“. Er war am späten Abend auf der Münchener Straße in Grafing Richtung Gsprait unterwegs für seine Aufnahmen.

Dass es für faszinierende Aufnahmen von Nordlichtern keine Profi-Fotoausrüstung braucht, beweisen die Bilder von Karl-Heinz Schneider aus Fürstenfeldbruck. Seine Aufnahmen entstanden am Montagabend zwischen 22.32 Uhr und 23.16. Uhr mit der Kamera seines Smartphones. Schneider berichtet: „Die Bilder wurden nicht nachbearbeitet. Die Kamera überbetont zwar die Farbintensität wie jede Digitalkamera. Aber auch mit bloßem Auge waren die Lichter sehr gut zu erkennen.“


In Dachau erfüllte sich Amateurfotograf Robert Babernits den langgehegten Wunsch, Aurora Borealis einzufangen. Babernits verfolgt schon seit einiger Zeit über spezielle Apps die Intensität der Sonnenaktivität, die entscheidend für das Auftreten von Polarlichtern ist.

Im Landkreis Erding zückte am Montag gegen 23 Uhr in Aufkirchen Gert Heuer die Kamera und fing mehrfarbiges Lichtspiel in Pink und Grün ein.

Polarlichter entstehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes. Diese werden bei Sonnenstürmen vom Erdmagnetfeld in Richtung Pole gelenkt und dringen in die Erdatmosphäre ein. In den oberen Schichten der Atmosphäre treffen die geladenen Teilchen auf Luftmoleküle und bringen diese zum Leuchten. Die Sonne durchlebt einen etwa elf Jahre langen Sonnenfleckenzyklus mit Phasen schwacher und starker Aktivität. In den vergangenen Jahren hat die Aktivität der Sonne zugenommen, sie befindet sich aktuell im Bereich des Maximums.

