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Mitten in Vaterstetten:Überbrückungen und Umwege

Scheinbar einfache Lösungen können sich bisweilen als ganz schön kompliziert herausstellen

Über die Unbeliebtheit von Umwegen ist übermäßig viel überliefert - doch offenbar noch nicht genug, wie nun eine Episode aus dem Vaterstettener Verkehrsausschuss zeigt. Dort stand ein Antrag der Bürgerversammlung auf der Agenda, der Abhilfe gegen einen Umweg in Parsdorf forderte. Allerdings mithilfe eines - metaphorisch - anderen Umweges, der - ganz unmetaphorisch - auch noch sauteuer wäre.

Konkret geht es um die Gruber Straße im Norden von Parsdorf. An deren östlicher Seite, knapp 70 Meter vom Ortsausgang entfernt, befindet sich eine Bushaltestelle - und da kommt der Umweg ins Spiel. Wer nämlich verkehrsregelkonform vom und zum Bus geht, muss insgesamt 130 Meter laufen. Denn erstens befindet sich der Gehweg auf der Westseite der Straße und zweitens liegt der Übergang dorthin auch ein paar Meter Richtung Norden. Weshalb viele Buspassagiere die Abkürzung über die gehsteigfreie Ostseite der Gruber Straße nehmen. Weil das nicht ganz ungefährlich ist, forderten die Parsdorfer einen richtigen Gehweg. Das Problem ist nur, so erläuterte es nun Manfred Weber vom Bauamt, dass bereits ein Umbau geplant sei: In fünf Jahren soll der Abschnitt bis zur Haltestelle verkehrsberuhigt werden. Der Gehweg - der wegen einer Brücke über den Radweg unter der Gruber Straße gut 175 000 Euro kosten würde - wäre da aber im Weg und müsste wieder entfernt werden.

Weshalb es im Ausschuss auch keine Gegenstimme dazu gab, den Antrag der Bürgerversammlung abzulehnen. Aber einige Anregungen, wie man die Zeit bis zum Komplettumbau der Straße überbrücken könne. Etwa mit einer Behelfsbrücke über den Radweg und einer etwas zurückgesetzten Leitplanke, schlug Albert Wirth (CSU) vor. Denn "der Trampelpfad" würde, Gehweg oder nicht, weiterhin genutzt, "irgendwann passiert ein Unfall". Laut Bauamt wäre die Behelfslösung für 40 000 Euro zu haben. Sepp Mittermeier (SPD) warnte indes davor, die Gefahrenstelle noch auszubauen, Benedikt Weber schlug einen anderen Interimsausbau vor: Man solle ein Schild "Gehweg Ende" und gegebenenfalls eine Barrikade aufstellen. "Das wäre noch billiger", stimmte Axel Weingärtner (Grüne) zu.

Eine Entscheidung dazu, ob es eine Interimslösung gibt, traf der Ausschuss nicht. Vermutlich wird eine solche auch erst einen Umweg über die Kommunalwahlen nehmen.