Mitten in PoingHol' mir mal ne Flasche Bier

Lesezeit: 1 Min.

Ein Fall, der viele Fragen aufwirft, beschäftigt momentan die Polizei in Poing

Kolumne von Wieland Bögel

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Durst ist schlimm, schlimmer sogar als Heimweh, wenn man einschlägigen Redensarten Glauben schenken will. Dass es sich um mehr als eine solche handelt, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Poing. Dort, so vermeldete es die Polizei am Donnerstag, hat ein Getränkedieb, genauer: ein Bierdieb, sein Unwesen getrieben. Gut, werden jetzt manche sagen, das soll ja schon vorgekommen sein, Stichwort: Zechprellerei oder Ladendiebstahl. Doch ganz so einfach hat es sich der Poinger Bierdieb nicht gemacht.

Statt im Supermarkt eine Flasche an der Kasse vorbeizuschmuggeln oder in der Wirtschaft aus dem Klofenster zu türmen, hat er sich richtig Arbeit gemacht - wenn halt auch keine ehrliche. Das später geklaute Bier - sieben Flaschen, um genau zu sein - befand sich nämlich in einem Kühlschrank und dieser in einem versperrten Kellerabteil, dessen Türe kurzerhand aufgebrochen wurde. Was allerdings mehrere Fragen aufwirft. Zum einen das mit den sieben Flaschen. War dies die Gesamtzahl der im Kühlschrank gelagerten Biere oder die Obergrenze dessen, was der Bierdieb zu tragen imstande war? In beiden Fällen ist die Getränkeorganisation des rechtmäßigen Bierbesitzers anerkennend hervorzuheben, der offenbar genau wusste, was aktuell an Lagerbeständen (oder doch Weißbier oder Pils?) im Keller vorhanden war. Zudem scheint der Getränkeeigentümer ganz offensichtlich kein ganz regelmäßiger Trinker zu sein, denn laut Polizeibericht geschah der Bierdiebstahl irgendwann zwischen Montag und Mittwoch, drei Tage lang plagte den rechtmäßigen Kellernutzer daher offenbar kein Bierdurst.

Ebenfalls mysteriös ist, woher der Dieb wusste, dass in dem Keller Bier zu holen ist - schließlich wurde mit Ausnahme der Bierflaschen ausweislich des Polizeiberichts nichts geklaut. Auch, ob es sich um ein besonders klauenswertes - etwa weil hier schwer zu bekommendes - Bier handelt, bleibt unbekannt, genau wie der durstige Einbrecher. Wer diesen beobachtet oder sonstige Hinweise auf den Verbleib der Biere hat, möge sich unter (08121) 9917-0 an die Polizei wenden, Finderlohn gibt es leider keinen.

© SZ vom 13.12.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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