Mitten in Kirchseeon Ganz nah an Hollywood

Der Ryan aus Bayern hat bei der Goldenen Kamera das Publikum nur kurz genarrt. Doch die Idee ist ausbaufähig!

Von Rita Baedeker

Es ist eine Idee mit Zukunft. Echte Filmstars haben ja nie Zeit, andauernd sind sie mit Fotoshootings, Interviews, Hochzeiten und den bald darauf folgenden Scheidungen beschäftigt. Da käme manchen von ihnen ein Double gerade recht, so eines wie Ludwig Lehner aus Kirchseeon, der dem derzeitigen Kinoliebling Ryan Gosling ein wenig ähnlich sieht; jedenfalls könnte man ihn von weitem und ohne Brille durchaus mit dem Original verwechseln. Was die beiden TV-Komiker Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf zu einem Test inspiriert hat: Sie schleppten den Doppelgänger zur Verleihung der Goldenen Kamera. Die Veranstalter hatten freilich den echten Star erwartet. Natürlich flog der Schwindel auf. Für den Streich sei extra eine Agentur gegründet worden, die Hollywood-Stars vermittele, berichtete ein Sprecher des Senders Pro Sieben. Das kann nur eines bedeuten: Ludwig, der Ryan aus Bayern, ist nur der Anfang. Gibt es da draußen doch genügend Menschen, die einen, sagen wir, George Clooney-Look-alike-Wettbewerb, diesige Beleuchtung vorausgesetzt, gewinnen würden. Oder die es machen wie Natalie Portman und sich als Präsidentengattin verkleiden. Nun ist Jackie Kennedy, deren Rolle Portman spielt, längst tot; doch auch lebende Präsidentengattinnen wären bisweilen dankbar für ein Double, das ein ödes Abendessen mit dem Vizepräsidenten von San Marino übernimmt, während sie selbst Muße haben in den Spiegel zu schauen und entdecken, dass sie verdammt viel Ähnlichkeit mit Scarlett Johansson haben.