Mitten in Ebersberg So gut wie Gold

Ob sich wohl in der Kreisstadt eine neue Währung etabliert? Eine Episode im Ebersberger Stadtrat lässt das jedenfalls vermuten

Von Wieland Bögel

Wer keine Lust mehr auf den Euro hat, aber auch nicht auf Populisten, hat mancherorts eine andere Alternative: regionale Zahlungsmittel. Mehr als 40 sogenannte Komplementärwährungen gibt es bundesweit, von A wie Ammer-Lech-Taler bis Z wie Zeller (an der Mosel, nicht am See) stehen zur Wahl. Aber auch wenn es immer mehr solcher oft auf Taler endenden Lokalwährungen gibt, im Landkreis hat sich bislang kein monetäres Parallelsystem richtig durchgesetzt. Bis jetzt. Denn in der jüngsten Sitzung des Ferienausschusses war etwas zu beobachten, das vielleicht einmal als Anfang eines Ebersberger Zahlungskreislaufes gelten wird.

Dort hatte sich SPD-Stadtrat Christoph Münch wegen seines anderen Ehrenamtes als stellvertretender Feuerwehrkommandant verspätet. Woraufhin der als Zuhörer anwesende Dritte Bürgermeister Josef Riedl (CSU) anbot, als Vertretung einzuspringen. Auch er hat ein weiteres Ehrenamt, nämlich Vorsitzender des Ebersberger Volksfestvereins. Darauf nahm Münchs Fraktionskollege Hans Mühlfenzl Bezug, indem er auf das gerade eben beendete Fest verwies, beziehungsweise auf den damit einhergehenden Verfall der Bier- und Hendlmarken, die es beim Volksfestverein gibt. Kurz: ohne Massgutschein, keine Mandatsverschiebung - er habe aber bereits Marken für 2018, erwiderte Riedl. Angenommen hat die SPD das Angebot dann trotzdem nicht, vielleicht muss sich die neue Regionalwährung ja erst im Alltag bewähren. Immerhin wäre sie, wie Währungen früherer Zeiten, durch Realwerte abgedeckt. Damals hielten die Banken große Goldvorräte bereit, hier genügt goldgelbes Bier und goldbraunes Geflügel.