Mitten in EbersbergSabbern im Supermarkt

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Wohin mit den Kindern, wenn der Einkauf ansteht? Manchmal gibt es als Mutter auch in Krisenzeiten nur eine Möglichkeit: Man nimmt die Kinder mit

Kolumne von Franziska Langhammer

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Mit dem Shoppen ist das in Zeiten des Mundschutzes so eine Sache geworden. Die Stimmung in den Supermärkten wird einzig durch Dauerwerbe-Durchsagen künstlich am Leben gehalten, die an die Abstandsregel erinnern. Und nun kommt für manche noch die Sache mit den Kindern dazu. Denn die sollten eigentlich zu Hause gelassen werden, wenn der Großeinkauf ansteht. Im fernen Hamburg wird Eltern in Begleitung von Kindern, auch wenn sie minderjährig sind, schon mancherorts der Zugang zum Supermarkt verwehrt. In Unterfranken wiederum hat eine junge Mutter eine Anzeige von der Polizei kassiert, weil sie ihre Kinder fremd betreuen ließ von ihrer Schwester, während sie einkaufen ging. Bis zu 25 000 Euro kann so ein Verstoß kosten.

Was also, wenn man dringend noch ein paar Sachen für den Mittagstisch braucht, aber die Kinder - beide unter vier - schon aus Gründen der Aufsichtspflicht nicht allein lassen will? Die Nachbarn fragen geht nicht, die sind jenseits der 70. Es hilft alles nichts, es geht zu dritt ab in den Supermarkt. Dort ist weit und breit kein anderes Kind zu sehen, dafür meint man die Blicke anderer Einkaufender auf sich ruhen zu spüren, sodass man automatisch den Kindern zuzischt, sofort leise zu sein.

Die Kinder sind aber auch so still geworden in der Stille des Supermarktes. Währenddessen steigt der Stresspegel: Darf das Kind jetzt noch den Einkaufswagen mitschieben oder nicht? Da könnten doch auch Keime dran sein ... Was, wenn der Kleine plötzlich wieder - wäre nicht ungewöhnlich - den Haltegriff ansabbert? Und vor allem: Wenn das jemand sieht?! Die Verunsicherung ist groß.

Vor allem, weil es schon abseits von Corona-Zeiten richtig anstrengend werden kann, mit zwei Kindern im Supermarkt nichts falsch zu machen. Wie erklärt man etwa einem Einjährigen, dass der Apfel erst bezahlt und die Banane geschält werden muss, bevor hinein gebissen werden darf? Oder dass man nur eine Schachtel Q-Tips braucht und nicht sechs, welche die große Schwester jetzt bereitwillig anschleppt?

Zum Glück ist da am Ende der Shopping-Tour die Bäckerei-Verkäuferin. Routiniert wie immer lächelt sie den Kindern zu, wedelt mit Baby-Brezen und fragt: "Mögts ihr die?" Und ob die mögen. Und die haben sie sich auch wirklich verdient.

© SZ vom 01.04.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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