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Mitten in Ebersberg:Eigentlich war es doch ganz OK

Von größeren Skandalen oder Unglücken ist der Landkreis in 2019 weitestgehend verschont geblieben. Eine Bilanz, über die man sich mit Blick auf andere Orte nicht beklagen kann

Ausgerechnet dem ausdrücklich nicht auf Mehrheitsfähigkeit zielenden Satiremagazin Titanic gelang vor ein paar Jahren ein durchaus mehrheitsfähiger Slogan. Auf Ansteckern der Art, die ansonsten einen klaren Standpunkt des Trägers pro oder contra irgendwas kundtun, prangte: "Eigentlich find ich's ganz OK." Eine Aussage, die, obwohl ursprünglich ironisch gemeint, gut für das nun endende Jahr stehen könnte. Auch wenn die scheinbar immer aufgeheizter geführten Debatten anderes nahelegen - aus aktuellem Anlass natürlich zum Thema Feuerwerk, welches an dieser Stelle aber hiermit erledigt ist - dürfte wohl vermutlich für die allermeisten auch und besonders hier im Landkreis 2019 "eigentlich ganz OK" gewesen sein.

Zumindest wenn man betrachtet, was im in wenigen Stunden schon vergangenen Jahr passiert und auch nicht passiert ist. Zu letzterem gehören große Skandale und Unglücke. Während nicht allzu weit entfernt Waldbrände oder Überschwemmungen zu bekämpfen waren, konnte man zwischen Anzing und Aßling höchstens gelegentlich über mangelnde Freizeittauglichkeit des Wetters schimpfen. Einige Unglücke hat 2019 zwar gebracht, etwa kürzlich den Brand im weit über den Landkreis hinaus geschätzten Waldmuseum. Der immerhin nicht so schlimm ausging, wie er hätte ausgehen können, zumindest scheint es, dass die entstandenen Schäden alle repariert werden können. Und im Gegensatz zu anderswo haben sich die politischen Repräsentanten - vom unrühmlichen Auftritt eines inzwischen ehemaligen Kreistagsmitglieds abgesehen - anständig aufgeführt, Amtsenthebungsverfahren sind jedenfalls noch keine eingeleitet worden. Dafür gab es einige gute Nachrichten. Etwa, dass sich immer mehr Leute ehrenamtlich engagieren, dass das kulturelle Angebot 2019 mindestens so reichhaltig und gut war, wie im Jahr davor oder dass wichtige Projekte - etwa die Berufsschule, das neue Gymnasium, das Frauenhaus - auf den Weg gebracht wurden.

Alles in allem kann man sich also über das bald dahingegangene 2019 nicht beschweren - wenn es 2020 so weitergeht, wäre es eigentlich ganz OK.

© SZ vom 31.12.2019
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