Mitten in Ebersberg Banane vor der Tür

In der Ulrichstraße entsorgt ein Unbekannter seit Tagen seine Bananen. Rätsel des Alltags

Kolumne Von Valentin Tischer

Warum ist die Banane krumm? "Weil niemand in den Urwald zog und die Banane grade bog", lautet die Antwort eines Kinderreims auf die Frage, die Botaniker sicher weitaus fundierter beantworten können. Eine Frage aber, auf die weder Kinderreime noch Botaniker eine Antwort haben, ist die Bananenfrage von der Ulrichstraße.

Seit Tagen schon fallen Passanten immer wieder matschig-braune herrenlose Bananen ins Auge. Vor dem Eingang zur SZ-Redaktion und dem zur gegenüberliegenden Ergotherapiepraxis werden die kaum mehr appetitlichen, schwarzgefleckten Früchte regelmäßig entsorgt. Die Frage ist jetzt: Wer tut das? Niemand hat jemanden gesehen, der mit Banane in den Durchgang hinein und dann ohne wieder heraus gekommen ist. Bleibt also nur: Auf die Lauer legen und den Bananendelinquenten auf frischer Tat ertappen oder weiterhin wilde Mutmaßungen anstellen. Für die erste Option ist das Wetter zu schlecht. Die zweite macht mehr Spaß: Ist es Charly, der Affe aus der ZDF-Vorabendserie? Wird in der Ebersberger Nachbarschaft vielleicht eine Neuauflage gedreht? Boykottiert der tierische Hauptdarsteller das gängige Affenklischee und entledigt sich deshalb des matschigen Obsts? Oder verlangt er nach Ökobananen, während das Catering nur gängiges Supermarktobst serviert?

Vielleicht handelt es sich aber auch nur um eine kreative Form der Beleidigung. Vielleicht will ein verärgerter Leser die Schreiberlinge auf kreative Art als Affen bezeichnen? Oder will er die schreibenden Affen vor die Tür locken, um sie zur Rede zu stellen? Tipp: Schokolade und Zigaretten wären ein passenderes Lockmittel. Die nächstliegende Vermutung ist die vom Schüler, der schlicht seine von der fürsorglichen Mutter eingepackten Vitamine nicht aufessen mag. Doch die Frage bleibt am Ende ungeklärt.