Mit Kreisheimatpfleger Zeitreise durch Zorneding

Für die meisten Menschen im Landkreis ist Zorneding wahrscheinlich nur eines der vielen Straßendörfer zwischen Wasserburg und München. Dabei ist der Ort historisch sehr interessant, das zeigt Kreisheimatpfleger Thomas Warg nun bei einer Führung durch Zorneding. Der erste Termin findet statt am Freitag, 17. Mai, von 16 bis 18 Uhr, Treffpunkt für alle Interessierten ist an der Kirche Sankt Martin.

Wie Warg erklärt, war Zorneding einst ein wichtiger Ort: Hier führten früher die Salzstrasse und die Postkutschenroute von München nach Salzburg hindurch. In der Posthalterei wurden die Pferde gewechselt. Berühmte Reisende wie Mozart nächtigten hier. Der Posthalter Grandauer mauerte sogar einen Brief an die Nachwelt in eine Wand ein. Und die nahe gelegene Antoniuskapelle erzählt der Sage nach davon, dass die reiche Wirtstochter einst einen armen Postillion heiraten durfte. 1361 starb in Zorneding Herzog Ludwig der Brandenburger, das Wappen der Gemeidne mit dem Brandenburger Adler zeugt noch heute davon. Die erste urkundliche Erwähnung von "Zornkeltinga" in den Freisinger Traditionen geht laut Warg auf das Jahr 813 zurück.

Und auch wer glaubt, dass Zorneding schon immer nach München blickte, der täuscht sich. Lange vor der Gründung der Landeshauptstadt lag Zorneding an der von Nord nach Süd gerichteten Römerstraße von Regensburg nach Kleinhelfendorf. Dort wurde einst der heilige Emmeram zu Tode gemartert. Zwei Reihengräberfriedhöfe aus der Völkerwanderungszeit bezeugen das hohe Alter des Ortes. Außerdem erzählt Thomas Warg - selbst ein alter Zornedinger - von der Zeit vor mehr als 50 Jahren, als die Gemeinde noch ein kleines Bauerndorf war.