Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat am Freitag in München die Auszeichnung "Weißer Engel" an zehn Bürgerinnen und Bürger aus Oberbayern überreicht, darunter auch ein Ebersberger: Michael Münch wurde für sein jahrzehntelanges Engagement im Bereich Pflege ausgezeichnet.
"Die heute Geehrten bringen sich selbstlos und ohne viel Aufhebens das ganze Jahr über für andere Menschen ein - für Familienangehörige, aber auch für Fremde. Insbesondere für die Menschen, um die sie sich kümmern, machen sie die Welt ein bisschen schöner, indem sie ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken", sagte Holetschek bei der Feier.
Der Minister ergänzte: "Gerade durch die lange Zeit der Corona-Pandemie und durch den Ukraine-Krieg mit all seinen Auswirkungen wird uns bewusst, wie wichtig es ist zusammenzustehen - und das nicht nur innerhalb der Familie. Ich bin sehr froh, dass es in Bayern sehr viele Bürgerinnen und Bürger gibt, die tagtäglich für ihre Mitmenschen da sind. Es ist unglaublich wertvoll, dass wir eine starke Gesellschaft haben. Die Geschichten und das Engagement sind bewegend. Sie geben Zuversicht, dass wir die großen Herausforderungen der Zeit meistern werden."

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Michael Münch ist Diplom-Pädagoge und war 34 Jahre lang für den Caritasverband der Erzdiözese München und Freising zum Teil in leitenden Funktionen tätig. Seit einigen Jahren ist er im Ruhestand - zur Ruhe hat er sich jedoch nicht gesetzt, denn er ist weiterhin sehr engagiert. Münch setze sich in herausragender Weise für Männer ein, die Angehörige pflegen, sagte Holetschek. Er habe sich dadurch besondere Verdienste erworben.
Männer pflegen anders - das ist Münch aufgefallen
Tatsächlich übernehmen immer mehr Männer die Betreuung und Versorgung von pflegebedürftigen Angehörigen. Sei es die Pflege der Ehefrau oder die der Eltern. Münch sei aufgefallen, dass Männer anders pflegen als Frauen, so Holetschek. Deshalb sei es dem Ebersberger ein besonderes Anliegen gewesen, speziell für Männer eine Anlaufstelle zu schaffen und vorhandene und bewährte Angebote zu ergänzen und sogar eine Lücke zu schließen.
In Kooperation mit dem Caritaszentrum für den Landkreis Ebersberg hat er deshalb 2014 das Projekt "Treffpunkt pflegender Männer" initiiert, den er seitdem auch selbst leitet. "Mit sehr viel Einsatzfreude organisiert Herr Münch die monatlichen Treffen. Er bietet pflegenden Männern im Landkreis Ebersberg die Möglichkeit, sich auszusprechen und ihre Erfahrungen auszutauschen. Auch außerhalb der Treffen ist er für die Angehörigen da und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite", so der Minister in seiner Laudatio.
Der "Treffpunkt pflegender Männer" erfahre besonders große Beliebtheit. Sogar vom Nachbarlandkreis kämen sehr gerne Teilnehmer zu den Treffen. Den Männern tue es gut, sich untereinander auszutauschen und Neues zu verschiedenen pflegebezogenen Themen zu erfahren. Durch den Erfahrungsaustausch lernen die Teilnehmer voneinander und teilen ihre Sorgen.
Münch ergänzt die Gespräche aber auch durch Informationen und Fachvorträge. Er lädt zum Beispiel Referenten ein, die über bestimmte Themen berichten, wie Demenz, Pflegeversicherung und Mobilität im Alter. Mit dem Treffpunkt habe Münch, so Holetschek, eine wichtige Einrichtung geschaffen - eine Bereicherung für Männer, die Pflegesituationen meistern müssen: "Herr Münch macht Männern Mut, die Stärke aufzubringen, häusliche Pflege von Angehörigen zu übernehmen und durchzuführen."
