Mehrheit für Grünen-Antrag:Poing stimmt pro Windenergie

Gemeinderat unterstützt Engagement des Bürgermeisters

Von Johanna Feckl, Poing

Poings Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) hat nun auch offiziell die Rückendeckung des Gemeinderats auf der Suche nach möglichen Standorten für Windanlagen im Gemeinderat. So das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Poinger Gremiums, in der ein Antrag der Grünen-Fraktion behandelt wurde. Die letzten beiden Punkte, laut denen die Anlagen mit finanzieller Beteiligung und Gewinnbeteiligung der Bürgerinnen und Bürger gefordert wird sowie der Bürgermeister ermächtigt wäre, mit potenziellen Grundstückseigentümern zu verhandeln, wurden jedoch gestrichen.

Bei drei Gegenstimmen aus CSU und FWG stimmte der Gemeinderat für die ersten fünf Punkte des Grünen-Antrags. Demzufolge bejaht der Gemeinderat, dass Windenergie notwendig zum Erreichen der Klimaziele des Landkreises ist, dass Poing seinen Beitrag leisten möchte, dass mindestens 20 Windräder im Kreis entstehen können, dass Poing mit den Nachbargemeinden nach geeigneten Standorten auf Grundlage früherer Untersuchungen sucht und die Energieagentur in die Planungen mit einbezogen wird.

Unabhängig von diesem Antrag und der darin gestellten Forderungen laufen bereits Workshops zur "Konzentrationsflächenplanung Windenergie", hier arbeiten die Kommunen landkreisweit zusammen. In einer Bürgermeisterdienstbesprechung Mitte Juli mit Landrat Robert Niedergesäß (CSU) wurde das weitere Vorgehen besprochen. Demnach soll Poing Teil der "AG Nord" werden, bestehend aus den nördlichen Gemeinden im Landkreis. Neben Poing gehören dazu Vaterstetten, Markt Schwaben, Forstinning, Anzing und Pliening. Für die Festlegung der einzelnen Teilräume will das Landratsamt einen einheitlichen Beschlussvorschlag erarbeiten, der im Herbst in den Gemeinderatssitzungen behandelt werden soll.

In der Besprechung der Bürgermeister habe zudem ein Experte der Technischen Universität München erklärt, dass es von diesen Zeitpunkt an etwa acht Jahre dauern werde, bis ein Windkraft tatsächlichst stehe, wie Bürgermeister Stark in der Poinger Sitzung erzählte. Dabei seien zwei Jahre als Puffer eingeplant, da mit Klagen gegen geplante Windräder gerechnet werden müsse. "Ich war da schon baff, dass das so lange dauert", so Stark.

Letztlich war die AG auch der Grund, weshalb einige der Gemeinderäte den Antrag der Grund kritisierten. "Die Verwaltung ist da eigentlich schon viel weiter", sagte etwa Matthias Andres (FWG). Er monierte außerdem, dass die Forderungen zu wenig auf Poing zugespitzt seien. Laut Peter Maier (SPD) enthalte der Antrag sehr viele Selbstverständlichkeiten. Ähnlich sah das auch Herbert Lanzl (CSU), demzufolge der Antrag deshalb eigentlich gar nicht beschlossen werden müsste. Auch Bernhard Slawik (FWG) nannte den Antrag "quasi redundant".

Dem widersprach Werner Dankesreiter (Grüne). "Es ist doch ein starkes Votum, wenn wir als Gemeinderat jetzt dahinter stehen." Eine Bürgerbeteiligung sei nämlich alles andere als selbstverständlich, betonte er. Yvonne Großmann ergänzte, dass es hier vor allem darum gehe, dem Poinger Bürgermeister bei seinen Bemühungen den Rücken zu stärken.

© SZ vom 27.07.2021
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