Mehr als eine Million Euro Zuschuss Viel hilft viel

Die Schule in Oberndorf soll erweitert werden, möglicherweise wird dabei auch die alte Turnhalle (links im Bild) durch einen Neubau ersetzt.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Grundschule in Oberndorf soll eine neue Turnhalle bekommen. Neben den Kindern könnte auch die Stadt Ebersberg davon profitieren, durch mehr Fördergeld

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Je größer der Bau, desto größer die Ersparnis - was paradox klingt, könnte bei der Erweiterung der Grundschule in Oberndorf tatsächlich zutreffen. Jedenfalls für den Bauherrn, die Stadt Ebersberg. Diese kann durch einen großzügigeren Anbau mit ebenso großzügigen Fördermitteln rechnen.

Dass in der Schule dringender Sanierungs- und Erweiterungsbedarf besteht, ist schon seit einiger Zeit Konsens im Stadtrat. Vor knapp einem Jahr hat daher der Technische Ausschuss beschlossen, die seit den 1950er Jahren nicht mehr umgebauten Sanitäranlagen erneuern zu lassen. Außerdem wurden die Planer beauftragt, sich über eine Erweiterung Gedanken zu machen. Diese soll sowohl der Mittagsbetreuung mehr Platz verschaffen, als auch dem derzeit provisorisch im Schulhaus untergebrachten Kindergarten eine Zukunft. Aktuell betreut der Einrichtungsverbund Steinhöring dort 25 Kindergartenkinder, der Wunsch der Stadt wäre eine Einrichtung mit drei mal so vielen Plätzen. Ebenfalls viel zu klein geworden ist die Schulturnhalle - die mit knapp 100 Quadratmetern eigentlich eher ein Turnraum ist.

In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses stellten die Planer nun zwei Möglichkeiten vor, wie sich die Schule gemäß den Vorgaben der Stadträte erweitern lassen könnte. Keine Unterschiede gibt es dabei beim Ausbau für den Kindergarten, der außerdem um eine heilpädagogische Tagesstätte ergänzt wird. Geplant ist ein kleinerer Anbau im Norden und ein etwas längerer im Süden des Schulhauses. Diese Maßnahme wird wohl auf jeden Fall gefördert, ein entsprechendes Bundesprogramm unterstützt Kommunen beim Bau neuer Krippen und Kindergärten mit Zuschüssen bis zu 70 Prozent.

Ob allerdings auch die Erweiterung der Turnhalle förderfähig ist, hänge an der Größe der Maßnahme, wie Christian Stalla vom Bauamt erläuterte. Wohl kein Geld gebe es für die kleine Variante, die die Planer vorstellten. Dabei soll die bestehende Halle um etwa ein Drittel auf dann rund 150 Quadratmeter erweitert werden. Weiterer Nachteil der kleinen Variante sei auch, dass durch das geringere Platzangebot keine zusätzlichen Nebenräume etwa für neuen Umkleiden und Sanitärräume geschaffen werden könnten, jedenfalls nicht in der Nähe der Turnhalle.

Bei Variante zwei wäre dies dagegen möglich, dieser Plan sieht vor, die bestehende Turnhalle abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Darin enthalten wäre neben einer knapp 300 Quadratmeter großen Sporthalle - die auch noch deutlich höher wäre als die bestehende, da das Gebäude quasi tiefergelegt wird - auch genügend Platz für neue Umkleiden und Toiletten sowie einen Geräteraum.

Die Gesamtkosten des Umbaus, also Schulhauserweiterung plus Turnhalle, würden in der kleinen Variante rund 5,7 Millionen Euro kosten, so die Schätzung der Planer. Die Version mit neuer Turnhalle und Nebenräumen koste dagegen etwa 6,5 Millionen Euro. Da nun aber nur der Turnhallen-Neubau, nicht aber der Ausbau gefördert werde, könnte die Stadt bei Variante zwei mit geschätzten 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln rechnen - womit sich durch die größere Halle unterm Strich rund 300 000 Euro einsparen lasse.

Eine Kalkulation, die einige im Gremium nicht ganz glauben wollten: "Da kann doch was nicht stimmen", sagte Elisabeth Platzer (SPD), die Stadt gebe mehr Geld aus und zahle am Ende weniger. Alois Lachner (CSU) war weniger überrascht, es sei durchaus nicht unüblich, dass es für Neubauten mehr Fördermittel gebe als für Sanierungen. Ob und wie viel die Stadt durch einen Neubau spart, werde man aber noch genau prüfen lassen, kündigte Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) an. Denn Zeitnot habe man bei der Planung nicht, daher müsse der Ausschuss auch noch nicht beschließen, welche Variante umgesetzt werden soll. Aber vielleicht könne man "schon einmal feststellen: was wollen wir eigentlich?"

Diese Tendenz fiel eindeutig aus, alle Fraktionen befürworteten die große Halle. Was nicht nur an den möglicherweise höheren Fördermitteln liegt. Auch den örtlichen Vereinen käme die Halle zugute. Wie Architekt Thomas Riedl auf Nachfrage von Christoph Münch (SPD) sagte, könnten diese dort auf jeden Fall trainieren. Gerd Otter (FW) wies noch auf eine weiteren Vorteil eines Neubaus hin: Dieser werde mit besseren energetische Standards errichtet als der Bestand, so könnten sich bei den Heizkosten der Schule Einsparungen ergeben.