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Markt-Schwaben:Zuverlässige Quelle

Integrationsbeauftragte Mirjana Šimić informiert Gymnasiasten in Markt Schwaben über Flüchtlinge.

(Foto: Endt)

Integrationsbeauftragte informiert Gymnasiasten über Flüchtlinge

Mit Fragen gelöchert worden ist Mirjana Šimić, Integrationsbeauftragte des Landratsamtes Ebersberg, am Mittwochnachmittag im Physiksaal des Franz-Marc-Gymnasiums Markt-Schwaben. Anlass war eine Informationsveranstaltung - eine "Multiplikatoren-Fortbildung", wie Schulleiter Gerhard Dittmann es nannte -, bei der Šimić die Schüler mit aktuellen Zahlen zum Thema Flüchtlinge im Landkreis versorgte. Ziel der Veranstaltung war, dass die Schüler die Informationen in Kleingruppen an ihre Mitschüler weitergeben können.

Die Gruppe setzte sich zusammen aus Mitgliedern der Eine-Welt-Gruppe des Gymnasiums und aus Schülern des von der Englischlehrerin Barbara Slate geleiteten Projekt-Seminars "Schule ohne Rassismus". Die Teilnehmer haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Mitschüler über die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Landkreis zu informieren. "Politiker reden normalerweise für Erwachsene", sagte Marie Gaschner, die als Mitglied der Eine-WeltGruppe die Infoveranstaltung mitorganisiert hat. "Aber Fünftklässlern muss man das anders erklären, das funktioniert viel besser, wenn es von uns kommt", fügte sie hinzu. Während die Eine-Welt-Gruppe seit Jahren verschiedene Projekte unterstützt, ist das Projekt-Seminar aus Redebedarf heraus entstanden, erklärte eine Schülerin. "Wir wollen uns und andere besser informieren."

Beide Gruppen haben das Ziel, Aktionen mit Flüchtlingen zu planen. "Innerhalb der Schule sollen alle Schüler den selben Informationsstand haben", so Slate. Die Informationsveranstaltung für alle Schüler des Gymnasiums findet nach den Herbstferien an zwei Vormittagen statt. "Frau Šimić ist durch ihre Arbeit sicherlich eine der zuverlässigsten Informationsquellen", begrüßte Schulleiter Dittmann die Integrationsbeauftragte. Diese gab sich Mühe, den Fragen der Schüler gerecht zu werden und Begriffe - wie beispielsweise Verteilungsschlüssel oder Wirtschaftsflüchtling - zu klären.

Als Fragen zur Verteilung der Flüchtlinge aufkamen, musste Šimić ausholen: "Bis zum Frühjahr verlief die Verteilung noch einigermaßen gut", erzählte sie, "da haben wir immer mal wieder eine neue Unterkunft, ein noch bewohnbares Haus oder eine Wohnung gefunden." Jetzt aber kämen die Verantwortlichen im Landratsamt nicht mehr hinterher, so die Integrationsbeauftragte. Im Landkreis müsse man daher jede Unterkunft nutzen, die sich auftue - dass das manchmal zu der Situation führt, dass in sehr kleinen Ort sehr viele Flüchtlinge untergebracht sind, sei nicht ideal, aber auch nicht für die Ewigkeit gedacht und manchmal nicht zu vermeiden.

Als Šimić auf die Möglichkeit der Traglufthallen zu sprechen kam, meldete sich eine weitere Schülerin zu Wort: "Aber wie soll das denn im Winter funktionieren?", will sie wissen. Šimić schüttelte den Kopf - Antworten auf diese Frage werden auch im Landratsamt fieberhaft gesucht. Der Markt für mobile Unterkünfte sei leergefegt, erklärt sie, "überhaupt noch etwas zu bekommen, wird immer schwieriger."

Ansonsten legte Šimić Zahlen aus dem Landkreis vor, wobei speziell die Zahlen im Bereich der unbegleiteten Minderjährigen für Interesse bei den Schülern sorgten - immerhin 100 gibt es im Landkreis. "Wir dachten bisher, dass es in Markt Schwaben gar keine Leute in unserem Alter gibt", erklärte die Abiturientin Gaschner. "Für uns ist es natürlich auch leichter, mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen." Häufig bekäme man so etwas nicht mit, fügte sie hinzu. "Die Infoveranstaltung ist genau deshalb so wichtig."