Die Gemeinde Markt Schwaben trauert um eine Ehrenbürgerin, die als Theatermacherin das kulturelle Leben in der Region nachhaltig geprägt hat: Durch Marga Kappl fanden unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihren Weg auf die Bühne. Außerdem war sie eine der tragenden Säulen der sommerlichen „Weiherspiele“. Ohne ihr Engagement wäre der Theaterverein Markt Schwaben vermutlich längst nicht so lebendig und erfolgreich, wie er heute ist. Nun ist die 81-Jährige nach langer Krankheit gestorben.
Bereits als Lehrerin hatte Marga Kappl, eine gebürtige Münchnerin, Theater gemacht: Vom Studium der Germanistik und Geschichte bis zur Pensionierung übernahm sie die Regie für unzählige Projekte mit Kindern und Jugendlichen. Gleich danach, im Jahr 2003, gründete Kappl, Mutter von zwei Söhnen, unter dem Dach des Theatervereins Mark Schwaben die Junge Bühne, eine Nachwuchsgruppe für schauspielbegeisterte junge Erwachsene aus den Landkreisen Ebersberg und Erding. Bereits wenige Jahre später kamen eine Kindertheatergruppe und die Jugendgruppe Futura hinzu. Letztere ist demnächst unter neuer Leitung zu sehen mit der Komödie „Tote Frauen trinken nicht“.

Knapp 60 Stücke inszenierte die passionierte Theatermacherin im Laufe der Jahre mit ihren verschiedenen Gruppen. Das Repertoire umfasste Klassiker, Boulevardkomödien, Mundartstücke, Musicals, Jugendtheater, Märchen, Varieté-Abende und vieles mehr. Viele der zugrundeliegenden Bücher stammten aus Kappls eigener Feder. Doch die Regisseurin und Autorin wirkte auch als Dozentin, die ihren Schützlingen ehrenamtlich eine fundierte schauspielerische Ausbildung ermöglichte. Und nicht wenige blieben dem Theater treu, manche landeten sogar auf großen deutschen Bühnen.
Marga Kappl hat also viel gegeben – aber auch „unglaublich viel zurückbekommen“, das betonte sie zuletzt bei der Verleihung der Ehrenbürgerwürde vor sechs Jahren, und nannte sowohl „die Freude des Publikums“ als auch „die Freude und den Spaß der Schauspieler“. Beides sei regelrecht umwerfend gewesen über all die Jahre. Marga Kappls Herzensverein schreibt: „Ihre Liebe zum Theater, ihr grenzenloses Engagement, ihre Kreativität und ihr Gespür für Menschen werden unvergessen bleiben. Wir sind unendlich dankbar für alles, was wir von ihr lernen durften und was sie für unseren Verein, aber auch für uns persönlich getan hat.“ Man wünsche der Familie viel Kraft in dieser schweren Zeit.

