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Kolumne:Willkommen in der Markt Schwabener Saunasitzung

Deutsche Aufguss-Meisterschaft startet bei brütender Hitze

Zwei Saunagänger beim Aufguss (Symbolfoto).

(Foto: Felix Kästle/dpa)

Draußen hat's 30 Grad, im Sitzungssaal bullert die Heizung unter den Besucherbänken: Will der Gemeinderat so seine Gäste abschrecken? Eine Recherche.

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Die Markt Schwabener Sauna steht eigentlich 350 Meter weiter westlich, im örtlichen Hallenbad. Im Rathaus aber riecht es an diesem Dienstagabend nach einem Konkurrenz-Angebot. Genauer gesagt riecht es im Sitzungssaal des Gemeinderats. Während die Freiluft-Thermometer 30 Grad anzeigen, laufen dort die Heizkörper heiß. Weil sie unter den Gästebänken verschraubt sind, fühlt es sich dort an wie beim Saunieren kurz nach dem Aufguss. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Männer und Frauen auf den Bänken bekleidet sind.

Eine Schwabener Schikane? Ein Gemeindegremium, das seine Zuschauer bewusst schmoren lässt? Also noch mehr als sonst? Bei einem Erfrischungs-Besuch auf dem Herren-WC verdichten sich die Hinweise, dass die Saunasitzung eher ein Versehen ist. Dort steht eine Dose Sprühdeo - Duftmarke "Cobalt Dry" - am Waschbecken, gut gefüllt und bereit zum Einsatz. Zwar keine Dusche und auch kein Kaltwasserpool. Aber immerhin ein Beckenersatz in Blechform. Bleibt die Frage: Warum das Ganze?

Ein Anruf beim Markt Schwabener Bauamtsleiter Frank Eichner bringt die Recherche entscheidend voran: Offenbar, so heißt es, ist der Temperaturfühler an der Außenwand des Rathauses kaputt. Das Gerät sendet winterliche Einsatzsignale an die Heizzentrale und bringt so die Sauna in Gang. Vom Bauamt heißt es am Mittwoch, dass sie das Problem gelöst haben wollen, wenn der Bauausschuss Ende August tagt. Sollte das schief gehen, droht Stunk vom Hallenbad. Dort kosten drei Stunden Sauna zwölf Euro - im Ausschuss gäb's den Gratis-Aufguss.

© SZ vom 25.07.2019/koei
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