Markt Schwaben:Die späte Erleuchtung

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Markt Schwaben: Lampenfieber: Der Lichtmasten links sollte Fußgängern den Weg weisen. Wegen eines Versehens übernimmt diesen Job jetzt ein Ersatzgerät.

Lampenfieber: Der Lichtmasten links sollte Fußgängern den Weg weisen. Wegen eines Versehens übernimmt diesen Job jetzt ein Ersatzgerät.

(Foto: Christian Endt)

In Markt Schwaben wurde eine neue Brückenlampe installiert - allerdings hat man den Stromanschluss vergessen. Jetzt steht dort ein Solar-Licht - und belichtet die finstere Neuanschaffung.

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Sie ist drei Meter hoch, steht seit kurzem vor einer Brücke und ragt kerzengerade in die Höhe: Eine Laterne, gebaut, um den Menschen den Weg zu leuchten. Nichts an dieser Leuchtanlage ist ungewöhnlich. Doch wenn die Dämmerung über Markt Schwaben hereinbricht, entfaltet sie ihren ganz eigenen Charme. Anders als gewöhnliche Straßenlaternen bleibt die neue Lampe finster. Grund: Beim Bau wurde ein nicht ganz unwesentlicher Bestandteil übersehen.

Wer sich zwischen S-Bahnhof und einer der vier Schulen im Ort Markt Schwaben bewegt, der geht an der neuen Laterne vorbei. Hunderte sind es jeden Tag, die sich womöglich fragen, warum die schicke Lampe nicht leuchtet, wenn die Finsternis kommt. Markt Schwabens Bürgermeister Michael Stolze (parteilos) bringt auf Nachfrage Licht ins Dunkel: Bei der Errichtung der Laterne wurde verpasst, die Lampe an das Stromnetz anzuschließen.

Die Markt Schwabener Spaziergänger werden vermutlich dennoch keine unzumutbaren Ängste ausstehen müssen, wenn sie die Brücke bei Finsternis passieren. Auf der anderen Seite des Übergangs steht nämlich eine zweite, etwas ältere, Laterne mit Sticker am Mast kleben. Dieses Licht leuchtet den Markt Schwabenern aus der Ferne den Weg. Einen Weg, der bis vor wenigen Wochen noch versperrt war.

Wie kam es zu dem Versehen?

Die Schicksalsgeschichte der Brücke am Markt Schwabener "Postanger" beginnt vor gut einem Jahr. Damals hatte ein Bauarbeiter die Idee, den Holzsteg samt Treppenstufen mit einem kleinen Radlader zu überqueren. Vor allem dem Bauarbeiter und seiner Idee ist zu verdanken, dass die Brücke nun für 65 000 bis 70 000 Euro generalsaniert wurde, knapp 90 Prozent davon auf Gemeindekosten. In diesem Zug wurde die Brücke barrierefrei ausgebaut - allerdings weniger für Baumaschinen als für Rollstuhlfahrer.

Fehlt also nur noch die Erleuchtung des Lichtmastes. In der öffentlichen Bauausschuss-Sitzung erklärte Bürgermeister Stolze unlängst, dass der Hauptfehler bei den Installateuren liege. Die kamen vom Energieversorgungsunternehmen Bayernwerk mit Sitz in Regensburg. Von dort heißt es, dass man den Auftrag an eine Partnerfirma weitergegeben habe. Und denen sei es nicht gelungen, die neue Lampe rechtzeitig zur Eröffnung der Brücke ans Stromnetz anzuschließen. Als Grund nennt Bayernwerk am Montagabend die enge Personalsituation der Partnerfirma. Dies solle nun "so schnell wie möglich" nachgeholt werden. Bis es dazu kommt, hilft ein Provisorium zur Überbrückung.

Kurz nachdem die Scheinlampe in Markt Schwaben ans Licht kam, sandte Bayernwerk ein Team aus. Deren Gepäck: Ein mobiler LED-Laternenmast samt Solarpanelen, der sich selbst mit Strom versorgt. Diese Ersatzanlage hat Bayernwerk vorerst direkt gegenüber der festen Laterne platziert. So verhilft sie dem finsteren Gestänge am Brückenrand zur späten Erleuchtung.

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