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Markt Schwaben:Frank Eichner sagt Ade

Kandidatenpodium BGM Wahl Markt Schwaben

Frank Eichner bei einer Podiumsdiskussion in Markt Schwaben zur Bürgermeisterwahl 2020.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Der Leiter des Markt Schwabener Bauamtes tritt nach knapp sieben Jahren ab. Sein größtes Werk wird dem Ort aber erhalten bleiben.

Von Korbinian Eisenberger, Markt Schwaben

Frank Eichner wird in Markt Schwaben als der Mann in Erinnerung bleiben, der dem Ort ein neues Schulzentrum ermöglicht hat. Der Bau der Grund- und Mittelschule ist im Gange - und eine Leitfigur des Projekts verabschiedet sich. Auf eigenen Wunsch tritt Frank Eichner als Chef des Markt Schwabener Bauamtes ab. "Ich konnte in den letzten Jahren mit meinem Team viel bewegen und gestalten", wird der gebürtige Baden-Württemberger in einer Pressemitteilung des Rathauses zitiert. Es sei, "nicht ganz einfach, das alles hinter sich zu lassen".

Nach knapp sieben Jahren in der Markt Schwabener Verwaltung geht Frank Eichner von April an neue Wege. Er habe sich "bewusst für einen Weggang aus dem Öffentlichen Dienst und damit zurück in die Privatwirtschaft entschieden", so Eichner. Der 56-Jährige hatte das Markt Schwabener Bauamt in der Ära des früheren Bürgermeisters Georg Hohmann umgebaut und dort "ein schlagkräftiges Team etabliert", wie es aus der Verwaltung heißt. Mit dem Führungswechsel im Rathaus änderte sich viel - auch für Frank Eichner.

Eichner hatte sich selbst um den Bürgermeisterposten beworben - in der Stichwahl Ende März 2020 verlor der CSU-Kandidat aber gegen den parteilosen Michael Stolze, der von der SPD und den Freien Wählern als Kandidat berufen worden war. Hört man sich unter Markt Schwabens Kommunalpolitikern um, ist zu erfahren, dass das Verhältnis des neuen Bürgermeisters und des Bauamtsleiters mit Beginn der Amtszeit im Mai nicht nur einfach war - was angesichts der Vorgeschichte wenig überrascht. "So wie sie untereinander den Wahlkampf geführt haben, war abzusehen, dass es schwierig wird", erklärt Raphael Brandes, der im Rennen um den Bürgermeister-Posten als Kandidat der Grünen in Wahlgang eins gescheitert war.

Eichner und Stolze sind bisweilen grundverschieden in Arbeits- und Sichtweisen. Dennoch, so ist zu vernehmen, pflegten beide einen professionellen Umgang miteinander. "Es ist einfach so, dass ich ein anderer Typ Bürgermeister bin als Hohmann", erklärt Michael Stolze am Mittwoch. "Wir waren jetzt keine dicken Freunde, aber wir haben uns auch nicht angegiftet", so Stolze. Eichner erklärt in einem Telefonat, dass er die Zusammenarbeit mit Stolze als "fair und sauber" empfunden habe. "Nach sechseinhalb Jahren als Bauamtsleiter wäre der logische nächste Schritt Bürgermeister gewesen", sagt er. Da ihm dieser Posten verwehrt blieb, strebe er anderweitig nach einer neuen Herausforderung.

Eichner wechselt zu einem großen Einzelhandels-Discounter und arbeitet dort künftig im operativen Management, wie er erklärt. Die verbleibenden Wochen wollen Eichner und Stolze nutzen, um die laufenden Projekte und das Tagesgeschäft "vernünftig innerhalb des Bauamtes zu übergeben". Parallel widme sich der Bürgermeister der Nachbesetzung der Leitung des Bauamtes. "Die hinterlassenen Fußabdrücke für die zukünftige Bauamtsleitung sind auf jeden Fall groß." Sollte sich bis Anfang April kein Nachfolger finden, werde Eichners Stellvertreter Walter Rohwer solange kommissarisch übernehmen.

Eichners Bilanz: Er habe die wichtigen "Projekte eingetütet, die sind auf einem gutem Weg". Viel wichtiger als Bauwerke erachte er die Neuorganisation des Bauamtes. Nur so sei es möglich gewesen, anstehende Arbeiten zu realisieren. "Projekte, die über Jahre brach lagen", so Eichner. Etwa Brandschutzmaßnahmen, der Hochwasserschutz, der Straßenbau und die Entwässerung. Wohnen werde er mit seiner Familie "erst einmal weiter in Zorneding". Er müsse wegen der neuen Tätigkeit nicht umziehen.

© SZ vom 04.02.2021/koei
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