Markt SchwabenBauschutt in Schulnähe beunruhigt  Eltern

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Diese Säcke mit Bauschutt auf einem Gelände nahe der Grundschule in Markt Schwaben hatten bei den Eltern Besorgnis vor Schadstoffbelastung ausgelöst. Inzwischen wurden sie entfernt.
Diese Säcke mit Bauschutt auf einem Gelände nahe der Grundschule in Markt Schwaben hatten bei den Eltern Besorgnis vor Schadstoffbelastung ausgelöst. Inzwischen wurden sie entfernt. (Foto: privat)
  • Die Sorge von Eltern über mögliche Asbestabfälle in Säcken nahe Schule und Kindergarten in Markt Schwaben hat sich nicht bestätigt.
  • Die Säcke enthielten jedoch PCB-haltiges Fräsgut aus dem Rückbau der alten Mittelschule, das ordnungsgemäß entsorgt wurde.
  • Kritisiert wird die mangelnde Kommunikation der Gemeinde, die bei Bürgern für Verunsicherung gesorgt hatte.
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Die Sorge, dass die Gemeinde Markt Schwaben in der Nähe von Schule und Kindergarten Säcke mit asbesthaltigem Inhalt lagern könnte, hat sich nicht bestätigt. Der zum Teil schadstoffhaltige Bauschutt wurde inzwischen ordnungsgemäß entsorgt.

Von Michaela Pelz, Markt Schwaben

Die Zuschrift an die Süddeutsche Zeitung klang alarmierend: Ein „zutiefst besorgter Vater zweier Kinder“, der anonym bleiben will, fürchtete, dass in unmittelbarer Nähe des Schulgeländes „möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe ungeschützt in der Umgebung liegen“ könnten. Dabei bezog er sich auf mehrere große Säcke, gelagert auf einer gemeindeeigenen Fläche in „unmittelbarer Nähe des Schulgeländes – zwischen Schule und Kindergarten“. Er vermutete, es könne sich um Asbestabfälle handeln. Weil aus einigen beschädigten Säcken der Inhalt teilweise ausgetreten war, wuchs seine Sorge.

Bevor er sich an die Presse wandte, hatte der Mann nach eigenen Angaben mit anderen vergeblich versucht, über kommunale Ansprechpartner und sogar über den offiziellen Schadensmelder der Gemeinde von offizieller Seite „konkrete Informationen zur Art des Materials oder zu möglichen Schutzmaßnahmen“ zu erhalten. „Es gab entweder keine Rückmeldung oder lediglich den Hinweis, dass man sich kümmern werde“, heißt es im Schreiben. Eine nachvollziehbare oder transparente Aufklärung sei nicht erfolgt.

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Eine Anfrage der SZ bei Bürgermeisterin Walentina Dahms ergab: Um Asbest handelte es sich nicht.  Auf dem Gelände habe sich vielmehr „Fräsgut von PCB-haltigen Anstrichen aus dem ehemaligen Hauptgebäude der alten Mittelschule“ befunden. Die Abkürzung steht für polychloride Biphenyle, einst in Lacken verwendete Chemikalien, die als gesundheitsschädlich gelten und seit 1989 in Deutschland verboten sind. Das Referat „Bauen und Umwelt“ ergänzt, dass der Rückbau des Schulgebäudes und der dazugehörigen Fläche in mehreren Abschnitten stattgefunden und länger als ein Jahr gedauert habe. Während dieser Zeit seien immer wieder Säcke mit Schleifgut befüllt, gelagert und abtransportiert worden. Dieses Material sei regelmäßig beprobt worden, und zwar mit Ergebnissen von 3,3 bis 114 Milligramm pro Kilogramm.

Auf Nachfrage teilt das Landratsamt dazu mit, dass PCB ab einem Wert von 50 Milligramm pro Kilo als „gefährlicher Abfall“ gilt, der einer „ordnungsgemäßen und schadlosen Entsorgung“ zugeführt werden müsse.  Das, so ist aus dem Markt Schwabener Rathaus zu erfahren, sei auch passiert, und zwar in enger Abstimmung mit der GSB Sonderabfall-Entsorgung Bayern GmbH, von der die Abtransporte und die jeweiligen Mengen vorgegeben wurden. „Daher hatte es den Anschein für Außenstehende, dass die Säcke hier zehn Monate eingelagert wurden“, so Martin Behling, Leiter der Abteilung Bauen und Umwelt.

Die Gemeinde ist demnach in Hinblick auf den Bauschutt also korrekt vorgegangen. Das verpackte Schleifgut wurde mittlerweile entfernt, auch werde „der Lagerort der Säcke vor der weiteren Nutzung beziehungsweise baulichen Änderung nochmal gesondert beprobt“, schreibt Behling. Mit einer anderen Art der Kommunikation und mehr Transparenz von Beginn an hätte man laut dem besorgten Vater sich die Irritationen bei den Eltern aber wohl erspart. Eine Kritik bleibt für ihn: Hinweise oder Sorgen aus der Bürgerschaft nur verzögert oder gar nicht aufzugreifen, sorge „zunehmend für Verunsicherung – insbesondere, wenn es um sensible Bereiche wie Schulen oder Kindergärten geht“, beklagt der Vater in seinem Schreiben. Sein Anliegen, betont er am Ende, sei nicht, „einzelne Personen zu kritisieren, sondern auf strukturelle Abläufe aufmerksam zu machen, die aus Bürgersicht verbesserungswürdig erscheinen“.

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