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Markt Schwaben:19 Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim

AWO Seniorenzentrum Martk Schwaben

Anfang Januar sind im Awo-Heim in Markt Schwaben die ersten Fälle aufgetreten, danach hat sich die Lage schnell verschärft.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Insgesamt waren in der Markt Schwabener Awo-Einrichtung 63 Bewohner mit dem Virus infiziert. Noch ist nicht endgültig geklärt, warum das Heim so stark betroffen ist.

Von Barbara Mooser, Markt Schwaben

Das Awo-Pflegeheim in Markt Schwaben ist von einem Corona-Ausbruch schwer getroffen. 19 Bewohner sind zwischen 10. und 26. Januar nach einer Infektion mit dem Virus gestorben, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilte. Das Virus war erstmals am 6. Januar in dem Heim nachgewiesen worden, seitdem waren 63 Bewohner und 24 Beschäftigte positiv getestet worden.

Bereits kurz nach dem Bekanntwerden des Ausbruchs hatten Fachleute des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sich ein Bild von der Lage im Heim gemacht, um auch beratend tätig werden zu können. Es gab allerdings laut Landratsamts-Sprecherin Evelyn Schwaiger seitens der Experten nur kleine Anmerkungen, was verbessert werden könnte - beispielsweise der Standort des Behälters für gebrauchte Schutzausrüstung und die Nutzung der Umkleiden. "Essenzielle Defizite" seien nicht identifiziert worden. Noch ist also nicht endgültig geklärt, warum das Heim so stark betroffen ist.

Mindestens 38 der 119 Todesfälle im Landkreis nach einer Corona-Erkrankung haben sich in Heimen ereignet, wahrscheinlich aber sind deutlich mehr Bewohner von Pflegeeinrichtungen betroffen, wie die Sprecherin des Landratsamts erläutert. 46 Landkreisbürger starben der Statistik zufolge in einer Klinik, auch hier sei es wahrscheinlich, dass darunter Menschen gewesen seien, die zuvor in Seniorenheimen lebten. Bei 30 Verstorbenen ist dem Gesundheitsamt der Sterbeort momentan noch nicht bekannt, die Dokumente mit diesen Informationen seien noch nicht eingegangen.

Nicht in allen Heimen im Landkreis gab es größere Corona-Ausbrüche, in manchen wurden nur einzelne Beschäftigte oder Bewohner positiv getestet. Von Corona ganz verschont geblieben sind nach Auskunft des Landratsamts aber nur zwei Senioreneinrichtungen im Landkreis.

Insgesamt scheint sich die Lage derzeit langsam etwas zu beruhigen. Dies zeigen auch die umfangreichen Tests in den Senioreneinrichtungen, die Mitte Januar eingeführt wurden. Seitdem werden Bewohnerinnen und Bewohner der Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis jeweils zweimal pro Woche anlasslos auf das Coronavirus getestet, statt erst bei Auftreten einer Infektion in der Einrichtung, wie es bisher der Fall war. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heime ist ein Test zweimal pro Woche schon seit längerem Pflicht.

Seit Beginn der umfangreichen Tests wurden nach Angaben des Landratsamts in den stärker betroffenen Heimen - den zwei Einrichtungen der Awo in Kirchseeon und Markt Schwaben, dem Carecon-Heim in Vaterstetten, dem Altenheim St. Korbinian in Vaterstetten, dem Marienheim in Glonn und dem Walterhof in Markt Schwaben - nur noch einzelne Neuinfektionen nachgewiesen. In den anderen Einrichtungen seien gar keine neuen Fälle mehr festgestellt worden.

Auch insgesamt nehmen die Infektionszahlen im Landkreis weiter ab. Am Mittwoch war bei 317 Menschen eine Infektion nachgewiesen, in Quarantäne befinden sich derzeit 338 Landkreisbewohner. Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis laut dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts zum Stand Mittwoch, 0 Uhr, bei 103,0.

Auf der Basis der Zahlen des Gesundheitsamtes vom 26. Januar ergibt sich eine Inzidenz von 100,07. Der Wert gibt an, wie viele Menschen sich pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen neu mit dem Virus infiziert haben. Die Tendenz ist deutlich rückläufig - kurz vor Weihnachten hatte der Wert im Landkreis seinen Höchststand von 280,07 erreicht.

© SZ vom 28.01.2021/koei, van
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