Stadtfest Wasserburg strahlt in bunten Farben

Heuer werden zum 16. Mal alte Fassaden stimmungsvoll angestrahlt.

(Foto: Torsten Haser)

Wenn das Wetter hält, besuchen am Freitagabend bis zu 10 000 Menschen "Wasserburg leuchtet". Organisator Urs Hasler setzt aber nicht nur auf Lichteffekte.

Interview von Johanna Feckl

Zum 16. Mal findet an diesem Freitag "Wasserburg leuchtet" statt: Die historischen Hausfassaden der Altstadt werden dann mit modernen Lichtinstallationen bespielt. Dazu gibt es Kulinarik, Showeinlagen, Film und Musik. Jedes Jahr strömen 8000 bis 10 000 Besucher in das 12 000 Einwohner große Wasserburg - je nach Wetter. Moritz Hasselt und Urs Hasler sind die beiden Hauptorganisatoren. Der 59-jährige Hasler hat mit der SZ über das Fest gesprochen:

SZ: Herr Hasler, mal Butter bei die Fische: Ist Lichtkunst nicht etwas, das in Zeiten von Klimawandel und Energiesparen irgendwie fehl am Platz ist?

Urs Hasler: Das ist ein Punkt, den ich gar nicht schön reden will. Aber man sollte bedenken: Zu Anfangszeiten hatten wir Lampen mit bis zu 4000 Watt. Das hat alles enorm viel Strom verbraucht. Mittlerweile nutzen wie LED-Leuchten - das ist kein Vergleich mehr zu früher. Außerdem geht das Fest nur fünf Stunden. Unsinnig wäre es, wenn wir über Wochen hinweg die Altstadt beleuchten würden, einzig für ein Lebensgefühl oder für den Spaß.

Bis zu 10 000 Menschen kommen nach Wasserburg, um das bunte Spektakel zu sehen.

(Foto: Torsten Haser)

Bei "Wasserburg leuchtet" gibt es ja nicht nur Lichtinstallationen, sondern auch Lichtspiele - ein altes Wort für Filme. In diesem Jahr zeigen Sie unter anderem den Langfilm "Schattenwald" von der Chiemgauer Regisseurin Laura Thies.

Wir haben schon seit ein paar Jahren Filme im Programm. Was ich daran so herrlich finde: Wir haben hundert Liegestühle vor den Leinwänden. Und da kann man dann rumflacken und sich Filme anschauen. Heuer gibt es auch noch animierte Clips von Gerhard Höberth-Sparence, Kurt Schrags "Über den Dächern von Wasserburg" - ein ganzer Film über unsere Stadt - und einen Film des Künstlers Daniel Kriesl, der in Wasserburg gedreht wurde.

Es kommt auch die Showtanzgruppe "Hurricanes" aus Bad Endorf, und die Band "Brothers" aus Rosenheim wird spielen. Wo bleibt denn da das Licht?

Die Hurricanes werden mit einem Beleuchter zusammenarbeiten - Licht ist ein wichtiger Bestandteil der Show. Eine Band wird spielen, weil so ein Fest auch Leben braucht. Es ist nicht damit getan, stur auf ein paar Lichteffekte zu starren. Die Besucher wollen auch Leute sehen, die etwas machen. Brothers passen mit ihrer akustischen Folkmusik gut zu dem Rest, finde ich: Alles ist recht ruhig und gemütlich.

Urs Hasler organisiert mit seinem Kollegen Moritz Hasselt das Stadtfest.

(Foto: Privat)

Was darf man in diesem Jahr auf keinen Fall verpassen - haben Sie Geheimtipps?

Unser Konzept ist so, dass es eine solche Frage eigentlich nicht gibt. Das ist kein Fest, bei dem man sich hinsetzt und den ganzen Abend genau dort bleibt. Dazu ist es Mitte September auch schon zu kalt. Die Idee ist: Man geht von einer Straße zur nächsten, setzt sich mal hin, schaut, dann geht man wieder weiter. Die Lasershows und Filme laufen bewusst in einem Loop, damit bei den Besuchern erst gar nicht der Stressgedanke "oh mein Gott, jetzt habe ich das und das verpasst" aufkommt.

Wie laufen denn die Vorbereitungen für Freitagabend?

Im Moment schlafen wir sehr wenig, sind angespannt und nervös: Wir hoffen auf gutes Wetter! Aber am Freitagnachmittag soll der Regen aufhören, das wird dann schon passen. (lacht) Für die Vorbereitungen ist Donnerstagabend der wichtigste Termin: Dort wird alles eingeleuchtet, wie die Projektionen der Bilder von Evi Wackerle und Anette Rosin, die man an den Häusern in der Hofstatt sieht. Bei Arbeiten mit Licht gibt es unglaublich viele Feintunings, das kann man nicht einfach hinklatschen und dann ist alles fertig. Das dauert! Nach 15 Jahren sind wir aber ein eingespieltes Team - es sind von Beginn an dieselben Leute. Da sitzt mittlerweile jeder Handgriff! Am frühen Abend, so gegen halb sechs, sind wir dann mit allem fertig.

Die Lichtinstallation des Brucktors an der alten Innbrücke ist in jedem Jahr eines der Highlights.

(Foto: OH)

Und dann gehen Sie heimlich nach Hause und machen ein Nickerchen, bevor das Abbauen losgeht?

Nein, nein! Es ist so viel los, in jeder Gasse, es gibt immer irgendwo Dinge, die ausfallen, zu korrigieren oder zu organisieren sind, und sei es nur, dass die Kasse mehr Wechselgeld benötigt. Wir arbeiten dann die Nacht durch und bauen alles wieder ab. Morgens gegen halb fünf sind wir fertig, dann kommen die Stadtwerke zum Reinigen - und um acht Uhr in der Früh ist der Spuk wieder vorbei.

"Wasserburg leuchtet" beginnt am Freitag, 14. September, um 20 Uhr. Karten gibt es für sechs Euro beim Uhren- und Schmuckgeschäft Inn-Time in Wasserburg und bei den Geschäftsstellen der Raiffeisenbanken, sowie an der Abendkasse für acht Euro. Zum Programm: www.wasserburg-leuchtet.de

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