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Laut Eisenbahngesellschaft:Weniger Ausfälle aber öfter zu spät

Der Regionalzug Chiemgau-Inntal von Grafing-Bahnhof ist zuverlässiger als die S-Bahn

Für Pendler aus dem südlichen Landkreis stellt sich oft die Frage: S-Bahn oder Regionalzug. Letzterer hieß früher Meridian, firmiert inzwischen unter "Chiemgau-Inntal-Bahn" und hat der S-Bahn eines voraus: Er fährt zuverlässiger. Jedenfalls laut einer von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft veröffentlichten Statistik für das vergangene Jahr.

Betrachtet wurden 31 Regionalzug- und S-Bahnbetreiber. Die beiden im Landkreis Ebersberg vertretenen, die S-Bahn München und die Chiemgau-Inntal-Bahn liegen ungefähr im Durchschnitt, was Pünktlichkeit und Verlässlichkeit angeht. Nicht Teil der Statistik ist die Südostbayernbahn, also der Filzenexpress. Auf den untersuchten Strecken sind 92,3 Prozent der Züge pünktlich, haben also nicht mehr als sechs Minuten Verspätung, 0,4 Prozentpunkte weniger als 2018. Die S-Bahn München schafft sogar 93,4 Prozent. Bei der Chiemgau-Inntal-Bahn sind es dagegen etwas weniger, deren Züge kommen nur in 90,3 Prozent aller Fälle pünktlich. Bei den Ausfällen liegen beide unter dem Durchschnitt von 2,9 Prozent, die Chiemgau-Inntal-Bahn allerdings etwas knapper: Hier fielen 2019 laut Statistik 3,2 Prozent aller Züge aus, bei der S-Bahn immerhin 3,9 Prozent. Trotzdem können die Landkreisbürger eigentlich zufrieden sein, so fielen im vergangenen Jahr auf der Linie Alex Süd sogar 11,1 Prozent aller Züge aus, Alex Nord hält den Negativrekord bei der Pünktlichkeit, 21,2 Prozent aller Züge waren zu spät.

Die Eisenbahngesellschaft weist außerdem darauf hin, dass Verspätungen und Zugausfälle oft nicht im Verantwortungsbereich der Verkehrsunternehmen lägen. Zwar waren diese für 45,5 Prozent der Verspätungen selbst verantwortlich, das seien aber 4,5 Prozent weniger, als ein Jahr zuvor. Offenbar hätten die Strafzahlungen - immerhin rund 14 Millionen Euro im vergangenen Jahr - hier einen Effekt gezeigt, vermutet man bei der Eisenbahngesellschaft. Häufige Gründe für Unpünktlichkeit oder Zugausfälle waren der akute Fachkräftemangel in der Bahnbranche, der heftige Wintereinbruch Anfang 2019 sowie unpünktliche Fernverkehrszüge, die sich auch erheblich in Form von Zugfolgeverspätungen auf den Regional- und S-Bahn-Verkehr ausgewirkt haben.

© SZ vom 19.10.2020 / wkb
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