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Landkreis Ebersberg:Vaterstettener Schulstreit beigelegt

Pünktlich zum Ferienbeginn einigen sich Bürgermeister und Eltern auf einen Kompromiss

Die Grundschule an der Wendelsteinstraße wird nicht abgerissen - zumindest noch nicht. Am Mittwoch einigten sich Bürgermeister Robert Niedergesäß (CSU) und Vertreter der Bürgerinitiative zur Rettung der Wendelsteinschule auf einen Kompromiss. Demnach soll der Gemeinderat in seiner Septembersitzung darüber entscheiden, ob man zunächst nur die Grund- und Mittelschule an der Gluckstraße neu baut. Bislang plante die Gemeinde, beide Grundschulen abzureißen. Aus dem Erlös der Grundstücke sollte eine gemeinsame Schule beim Sportgelände errichtet werden. Doch während Abriss und Neubau der maroden Schule in der Gluckstraße unumstritten sind, regte sich gegen den Abriss der Wendelsteinschule Widerstand. Einige Eltern gründeten eine Bürgerinitiative, und auf der Bürgerversammlung im Juni wurde ein Ratsbegehren über die Zukunft der Schulen gefordert.

Am Donnerstag konnten Bürgermeister Niedergesäß, sein Stellvertreter Martin Wagner und CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler schließlich das Ende des Schulstreits verkünden. Zusammen mit der Bürgerinitiative hatte man einen Kompromissvorschlag erarbeitet. Demnach soll zunächst für rund 20 Millionen Euro hinter dem Jugendzentrum eine neue Grund- und Mittelschule mit Zweifachturnhalle als Ersatz für die Schulen an der Gluckstraße entstehen. Aus dem Verkauf des alten Schulgrundstücks erwartet man rund 15 Millionen Euro, rund vier Millionen Euro könnten aus Fördermitteln kommen. Im Herbst 2014 könnte der Bau beginnen. Grund für die Eile sei, so der Bürgermeister, dass das Schulamt dringend eine Lösung für die baufällige Grund- und Mittelschule an der Gluckstraße angemahnt habe. Die Zusammenlegung der Schulen bleibe weiterhin möglich, denn das neue Haus werde so geplant, dass ein Anbau möglich sei, wenn er denn gewünscht werde. Um dies herauszufinden, sollen nach der Errichtung der neuen Schule die Eltern der aktuellen und künftigen Schüler der Wendelsteinschule gefragt werden, ob sie eine Zusammenlegung oder eine Sanierung wünschen. Während erstere rund 6,7 Millionen Euro kosten würde, könne man letztere aus dem Verkauf des Grundstücks finanzieren. Unklar bleibt, wann es Ersatz für das zusammen mit der Schule Gluckstraße abzureißende Schwimmbad geben soll. Zwar ist ein "Sport und Erholungsbad" neben der neuen Schule geplant. Ob das rund sieben Millionen Euro teure Projekt aber zusammen mit der Schule umzusetzen sein wird, sei unwahrscheinlich.

Wir haben uns von Herzen gefreut", dass ein Kompromiss erzielt werden konnte, sagt Fritz Bayerlein von der Bürgerinitiative. Er sieht auch einen positiven Effekt in der geplanten Entscheidung: Damit sich die Eltern für eine Zusammenlegung aussprechen, "verpflichtet sich die neue Schule sehr attraktiv zu sein".

Doch nicht alle sehen den Vorschlag durchweg positiv. Dieser sei zwar "eine Idee, über die man nachdenken muss", sagt SPD-Gemeinderat Sepp Mittermeier. Er sehe aber Unklarheiten in dem Antrag: So sei nicht aufgeführt, wie man die Sanierung der Wendelsteinschule bezahlen solle, und ob die schrittweise Realisierung des Projekts nicht deutlich teurer werde, als wenn man die Schule auf einmal baut.

© SZ vom 03.08.2012

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