Parteien im Landkreis EbersbergSPD-Kreisverband trotzt bundesweitem Abwärtstrend

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Deutschlandweit helfen auch Werbeaktionen für die SPD nicht viel: Die Mitgliederzahlen sinken. In Ebersberg schaut es besser aus.
Deutschlandweit helfen auch Werbeaktionen für die SPD nicht viel: Die Mitgliederzahlen sinken. In Ebersberg schaut es besser aus.
Matthias Ferdinand Döring

Über die gesamte Bundesrepublik hinweg verlieren die Sozialdemokraten seit Jahrzehnten dramatisch an Mitgliedern, so auch im vergangenen Jahr 2023. Doch der Kreisverband Ebersberg hebt sich davon positiv ab.

Von Jakob Heim, Ebersberg

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"Ich bin sehr positiv gestimmt", sagt Doris Rauscher angesichts der Entwicklung des SPD-Kreisverbandes Ebersberg, dem die Landtagsabgeordnete vorsitzt, "denn die Mitgliederzahl ist weder im letzten Jahr noch in den letzten zehn Jahren eingebrochen." Damit trotzt die SPD im Landkreis Ebersberg einem bundesweiten Trend, der nicht nur die Kanzlerpartei betrifft.

Je rund 15 000 Mitglieder verlor die SPD deutschlandweit in den vergangenen beiden Jahren. Neueintritte - 2023 waren es 9584 - sind da bereits einberechnet. Seit Jahrzehnten verzeichnen alle einstmaligen Volksparteien einen drastischen Rückgang ihrer Mitgliederzahlen. So zählte die CDU 1990 rund 790 000 Mitglieder, zum Jahresende 2022 waren es nur noch knapp 372 000. Etwas weniger dramatisch scheint die Lage der CSU: Im gleichen Zeitraum verkleinerte sie sich von 186 000 auf 132 000 Personen. Hier werden allerdings seit einigen Jahren auch Probe- und Onlinemitgliedschaften erfasst.

"Im Großen und Ganzen hält es sich die Waage", sagt Kreisvorsitzende Doris Rauscher über Mitgliederzugänge und -abgänge im Landkreis Ebersberg.
"Im Großen und Ganzen hält es sich die Waage", sagt Kreisvorsitzende Doris Rauscher über Mitgliederzugänge und -abgänge im Landkreis Ebersberg.
Peter Hinz-Rosin

Die SPD war 1990 mit 943 000 Beitragszahlern noch klar mitgliederstärkste Partei, hat diesen Status inzwischen aber verloren. Zwar lag man mit rund 380 000 Mitgliedern zum Ende des Jahres 2022 wieder knapp vor der CDU, doch schrumpft mit Ausnahme der Linken keine Partei so schnell wie die der Sozialdemokraten. Ende 2023 umfasste deren Mitgliederkartei schließlich nur noch gut 365 000 Einträge. Das entspricht einem Rückgang von rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Deutlich geringer fällt der Mitgliederverlust im Landkreis Ebersberg aus. Wie Doris Rauscher auf Anfrage bekannt gibt, zählte ihr SPD-Kreisverband zum Ende des vergangenen Jahres 434 Mitglieder. Ein Jahr zuvor, Ende 2022, waren es 438. Ein Rückgang um vier Personen oder weniger als ein Prozent also. "Im Großen und Ganzen hält es sich die Waage", fasst Rauscher zusammen. Das gelte nicht nur für 2023, auch über einen Zeitraum von zehn Jahren sei die Anzahl der SPD-Mitglieder im Kreis um lediglich 17 Personen gesunken, so Rauscher. Somit hat man im Landkreis Ebersberg zwar ebenfalls Genossinnen und Genossen verloren, doch beläuft sich der Rückgang über zehn Jahre hinweg auf weniger als vier Prozent. Im gleichen Zeitraum ging der Bundes-SPD fast ein Viertel ihrer Mitglieder abhanden.

2023 traten mehr Menschen im Landkreis in die SPD ein als aus - dennoch bleibt ein geringer Verlust

"Wenn wir nur noch Ein- und Austritte hätten und niemand mehr stirbt, würden wir uns sogar nach oben entwickeln", stellt die Kreisvorsitzende fest. Denn in der Tat fällt diese Bilanz für 2023 positiv aus. Zwölf Eintritten stehen neun Austritte gegenüber. Hinzu kommen fünf Zuzüge von bereits registrierten Mitgliedern, gegenüber vier Wegzügen. Zugleich seien jedoch insgesamt acht Genossinnen und Genossen verstorben, erläutert Doris Rauscher. "Wir bewegen uns beim Altersdurchschnitt schon deutlich in der zweiten Lebenshälfte", benennt die SPD-Landtagsabgeordnete das wohl größte Problem ihres Kreisverbandes und zugleich ihrer Partei. Die ist nämlich nicht nur historisch die älteste Partei Deutschlands, sondern weist auch den höchsten Anteil an über 60-jährigen Mitgliedern auf.

Immerhin die Altersstruktur der Neumitglieder im Landkreis bezeichnet Rauscher als "sehr gemischt". Sie beobachte mit Freude, dass "immer wieder Junge nachkommen, das belebt den Kreisverband". "Man freut sich aber über jeden Eintritt", sagt Rauscher weiter. So habe ihr im vergangenen Jahr besonders auch das Engagement eines Neumitglieds jenseits der 60 imponiert. "Wir brauchen diese Menschen, die sagen 'es ist wichtig, sich für die Demokratie zu engagieren', die nicht nur jammern, sondern was bewegen, verändern, gestalten", sagt die SPD-Politikerin.

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