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EM im Landkreis:Ein bisschen Spaß muss sein

"Der Elfer" in Forstinning zeigt alle Spiele und serviert dazu auch Spezialitäten aus den jeweiligen Ländern.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Großes Public Viewing wird es im Landkreis wohl nicht geben, doch viele Restaurants und Biergärten wollen trotzdem für Stimmung sorgen.

Von Franziska Langhammer, Ebersberg

Menschen, die zwar nicht dieselbe Sprache sprechen, sich aber in den Armen liegen, frenetischer Jubel und lange Nächte auf den Straßen - wer sich an das Sommermärchen der Weltmeisterschaft 2006 erinnert, kann schnell ins Schwelgen geraten. Vor allem, wenn man anderthalb Jahre eines Lockdown-Marathons hinter sich hat, scheint ein gemeinsames Johlen von Fußballliedern unvorstellbar. Um der Europameisterschaft, die an diesem Freitag mit dem Spiel Türkei gegen Italien beginnt, jedoch eine würdige Austragung zu bereiten, haben sich einige Restaurants und Gaststätten im Landkreis auf eine Übertragung der Spiele vorbereitet. Generell gilt: Das ganz große Public Viewing wird es nicht geben, und man sollte besser im Vorhinein immer reservieren. Die Bestuhlung soll auf Anraten des Gesundheitsministeriums nicht in Reihen erfolgen, sondern wie beim normalen Restaurant-Betrieb tischweise. Und natürlich sind weiterhin überall die geltenden Hygienevorschriften einzuhalten.

"Wir planen die Übertragung aller Deutschlandspiele in unserer überdachten Remise auf Großbildleinwand unter den gültigen Hygiene-Regeln", heißt es etwa vom Gutsgasthof Stangl in Neufarn. Die anderen Spiele der EM werden im Innenhof auf dem Fernseher übertragen. Auf die Frage, wer denn gewinnen wird, antwortet Verkaufsleiter Jörg Renner: "Der EM-Favorit ist natürlich Deutschland ... wer sonst?"

Alle Spiele von Anfang an zeigt das Restaurant "Zum Elfer" in Forstinning. Die Deutschlandspiele sind auf der Terrasse zu sehen, bei schlechtem Wetter aber auch im Lokal. Eine Reservierung sei empfehlenswert, so Betreiber Thomas Letsch, bei der auch die persönlichen Daten angegeben werden. Dies könne allerdings auch über den QR-Code am Tisch passieren. Als Special gibt es eine kleine EM-Karte mit verschiedenen länderbezogenen Speisen, passend zu den jeweiligen Turnierpartnern. Auch hier wieder ist der Favorit klar: "Deutschland - wir schaffen das schon", so Thomas Letsch.

Prinzipiell alle Spiele auf großer Leinwand überträgt der Anzinger Forsthof "Zum Wilderer". "Je nach Uhrzeit und Wetter werden die Spiele draußen oder drinnen gezeigt", so die Wirtin Danka Löbel, "vorzugsweise jedoch draußen." Auch hier ist eine Reservierung zwingend erforderlich. Und wer wird EM-Sieger? Löbel lacht. "Ich bin gebürtige Polin", sagt sie, "ich muss für Polen sein."

Standardmäßig zeigt das "Mocca" in Grafing alle Spiele. Besonders bei Deutschlandspielen sei eine Reservierung vorteilhaft, so Maximilian Kurz. Von 13. Juni an werden dort auch Grillgerichte mit Balkanspezialitäten angeboten. "Wir drücken die Daumen, dass das für die deutsche Mannschaft läuft", so Kurz.

Ein paar Häuser weiter, in "Mauro's Restaurant", werden vor allem Deutschland- und Italienspiele gezeigt. Es empfiehlt sich auch hier eine baldige Reservierung. "Das erste Deutschlandspiel ist schon ausgebucht", so Inhaber Mauro Cesarone. Auch wenn sein Herz natürlich für Italien schlägt, würde er sich auch über ein Weiterkommen Deutschlands freuen. "Wenn Deutschland gewinnt, schauen meine Finanzen besser aus", sagt er und lacht.

Auch im Grafinger Brauhaus "Il Ristorante" werden alle Spiele gezeigt, reservieren lohnt sich.

Voraussichtlich alle Spiele kann man auch im Schweiger Brauhaus in Markt Schwaben anschauen. Die Gruppengröße der Zuschauer muss auch hier den aktuellen Corona-Bedingungen angepasst werden. Auch in der Gaststätte "Anstoß" in Oberpframmern können fußballaffine Gäste die Spiele während des Essens und Trinkens live verfolgen. Reservieren ist immer besser, heißt es auch im Landgasthof Bruckhof in Emmering, der im Biergarten die meisten Spiele übertragen wird.

Aktuell noch nichts geplant ist im Jugendzentrum "Blues" in Markt Schwaben. Bei Bedarf jedoch kann spontan etwas angeboten werden, heißt es.

Weil beim ersten Deutschlandspiel am 23. Juni bereits eine andere Veranstaltung geplant ist, kann der Alte Speicher in Ebersberg wohl erst später in die Übertragung der EM-Spiele einsteigen. Geschäftsführer Markus Bachmeier, der nach den Erfahrungen der vergangenen Weltmeisterschaft eher pessimistisch bleibt, will lieber die Auftritte deutschen Elf in der Vorrunde abwarten. "Dann schauen wir, wie es sich weiter entwickelt, und müssen kurzfristig handeln."

© SZ vom 11.06.2021
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