Das „Igelnetzwerk des Landkreises Ebersberg“ schlägt Alarm und bittet zugleich um Unterstützung: Es wird dringend ein Raum für die Pflege kranker oder verletzter Tiere gesucht. Der Igel ist Wildtier des Jahres 2024 – doch das hilft ihm wenig. Erst im Oktober hat die Weltnaturschutzunion den Igel als „potenziell gefährdet“ in die Rote Liste der bedrohten Arten aufgenommen. In Bayern ist die Anzahl der Exemplare in den vergangenen zehn Jahren nach Schätzungen um 50 Prozent zurückgegangen.
Die Igelfreunde im Landkreis wundert das nicht. Sie schreiben: „Die Zerstörung seiner Lebensräume durch Intensivierung der Landwirtschaft, der zunehmende Straßenverkehr und aufgeräumte Gärten, die weder Unterschlupf noch Futter bieten, sind die Hauptgründe für das Igelsterben.“ Doch damit nicht genug. Hauptfutterquelle der Stacheltiere seien Insekten, und so führe deren Sterben auch zum stillen, elenden Hungertod der Igel.
Das Igelnetzwerk wurde 2023 als breiter Zusammenschluss gegründet
Im vergangenen Jahr trafen sich Tierschutzverein, Bund Naturschutz, Untere Naturschutzbehörde, Veterinäramt und die Igelhilfe Kirchseeon, um gemeinsam zu beraten, wie man den Igeln helfen kann. Das war die Geburtsstunde des Igelnetzwerks im Landkreis Ebersberg. Vieles habe sich seitdem getan, schreiben die Verantwortlichen. Man habe erfolgreich Aufklärung betrieben und zahlreiche Päppelstellen sowie Auswilderungsgärten gefunden. Außerdem konnten auf einem Konto des BN Ebersberg Spenden für die Igelhilfe gesammelt werden.
„Doch ein Riesenproblem konnten wir nicht lösen: Es gibt im Landkreis keine Igel-Auffangstation.“ Die vielen verwaisten, kranken und halb verhungerten Tiere werden daher von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen in ihren privaten Räumen gepflegt. „Man stelle sich dies bildlich vor: Manche haben bis zu zehn Igel in ihrer Wohnung, inklusive Parteiverkehr und Geruchsbelästigung.“
Das Igelnetzwerk sucht daher dringend einen Platz, möglichst in der Nähe von Kirchseeon, um dort Igel pflegen zu können. Die Tiere brauchen es warm, zudem wird Strom und Wasser benötigt. „Bitte melden Sie sich, wenn Ihnen etwas einfällt. Sie geben damit vielen Igeln eine Überlebenschance!“ Regina Wegemann vom BN, Kreisgruppe Ebersberg, freut sich über jeden Hinweis. Sie ist erreichbar per Mail an bnkreis-ebersberg@t-online.de oder unter (08092) 888 71.


