Jahresrückblick 2024Tiere des Jahres

Lesezeit: 2 Min.

An der Bahnstrecke zwischen Grafing und Wasserburg halten Mufflons den Zugverkehr auf.
An der Bahnstrecke zwischen Grafing und Wasserburg halten Mufflons den Zugverkehr auf. Bundespolizei/oh

Bahn-affine Vierbeiner, ein geschubstes Weichtier, ein geheimnisvoller Besucher, eine Katze im Glück und ein nahezu unsichtbares Risiko für Bauvorhaben sind heuer die Tiere des Jahres.

Mufflons im Gleis

Beim Auftauchen der Polizei gehen die Mufflons freiwillig wieder nach Hause.
Beim Auftauchen der Polizei gehen die Mufflons freiwillig wieder nach Hause. Bundespolizei/oh

Am unsinnigen Donnerstag müssen sich Bundespolizisten als Viehhüter betätigen. In Nähe der Bahnstrecke Grafing - Wasserburg sind mehrere Schafe, genauer Mufflons, aus einer Weide ausgebüxt. Der Zugverkehr wird vorsorglich unterbrochen. Aber nur kurz, denn die Bundespolizisten sichten bald zwei Schafe, die sich anschließend vorbildlich verhalten: Als sich die Beamten auf den Weg machen, die Mufflons einzufangen, begeben sich diese selbständig in Richtung ihrer Weide und zurück ins Gehege. Dieses weist einige Löcher im Zaun auf, und wird provisorisch mit polizeilichem Absperrband mufflonsicher gemacht.

Husky Mona fährt Bahn

Husky Mona mit zwei Beamtinnen nach ihrem Ausflug.
Husky Mona mit zwei Beamtinnen nach ihrem Ausflug. Bundespolizei/oh

Einen Ausflug nach München unternimmt Husky Mona Mitte Februar – allerdings ohne ihr Herrchen. Dem Zugführer fällt auf, dass das zutrauliche Tier allein unterwegs ist, holt es in den Führerstand und übergibt den tierischen Passagier am Hauptbahnhof an die Bundespolizei. Den Besitzer treffen Beamte wenig später am Bahnhof Stachus und zwar betrunken, sowie „hysterisch und laut schreiend“, wie es im Bericht heißt. Auf der Wache beruhigt er sich aber schnell, denn da wartet schon Mona. Die hatte sich in Grafing-Bahnhof losgerissen und war in den Zug gestiegen, ihr Herrchen folgte mit dem nächsten. Als dieser etwas ausgenüchtert ist und sich als Besitzer ausweist, dürfen beide die Wache wieder verlassen.

Der Wolf ist da – oder auch nicht

Ist im Landkreis Ebersberg ein Wolf zu finden?
Ist im Landkreis Ebersberg ein Wolf zu finden? Vincent West/REUTERS

Ist ein Wolf im Landkreis Ebersberg unterwegs? Die Frage stellen sich vor allem Nutztierhalter, nachdem Mitte Februar in Großhelfendorf bei Aying im Nachbarlandkreis München ein Wolf mehrere Schafe gerissen hat. Dass dieser auch im Landkreis Ebersberg unterwegs ist, halten Fachleute für möglich, dass sich hier aber Wölfe ansiedeln für eher unwahrscheinlich. Trotzdem können ab März Tierhalter in Egmating, Glonn und Baiern Fördergeld für Zäune und Schutzhunde beantragen.

Teichmuscheln werden herumgeschubst

Dank freiwilliger Helfer kommen Teichmuscheln viel herum.
Dank freiwilliger Helfer kommen Teichmuscheln viel herum. Peter Hinz-Rosin

Das Leben der Ebersberger Teichmuscheln verläuft meist in eher ruhigen Bahnen, doch im Frühjahr werden sie herumgeschubst. Das geschieht allerdings nur zu ihrem Besten und rein metaphorisch, denn der Klostersee wird gereinigt und dazu der Wasserspiegel abgesenkt. Damit die Teichmuscheln nicht auf dem Trockenen sitzen, sind die Mitglieder des Vereins „Freunde des Klostersees“ unterwegs, eben zum „Muschelschubsen“. Geschubst werden die Tiere dabei indes nicht, sondern vorsichtig ins tiefere Wasser getragen. Dort gehen sie dann wieder ihrer Hauptbeschäftigung nach und filtern das Klosterseewasser.

Katze aus brennender Wohnung gerettet

Die gerettete Katze wird mit Sauerstoff versorgt.
Die gerettete Katze wird mit Sauerstoff versorgt. Kreisbrandinspektion Ebersberg/oh

Das Retten von Katzen aus Bäumen gilt Laien als klassische Feuerwehraufgabe und tatsächlich war vor genau einem Jahr an dieser Stelle etwas darüber zu lesen. Dass das Retten von Katzen auch viel dramatischer sein kann, zeigt im August ein Einsatz in Markt Schwaben. Dort befreit die Feuerwehr eine Katze aus einer brennenden Wohnung im zweiten Stock. Laut Polizeibericht hat „eine Sitzgelegenheit Feuer“ gefangen. Verbrennungen erleidet die Katze zwar nicht aber eine Rauchvergiftung. Darum wird sie zunächst vom Rettungsdienst mit Sauerstoff versorgt und später in eine Tierklinik gebracht – natürlich von der Feuerwehr.

Haselmäuse allüberall

Haselmäuse sind selten und streng geschützt.
Haselmäuse sind selten und streng geschützt. imageBROKER/mauritius images / imageBROKER

Im Oktober wird bekannt, dass auf dem für die Berufsschule in Grafing-Bahnhof geplanten Grundstück wohl Haselmäuse wohnen. Die Tiere sind wegen ihrer Seltenheit streng geschützt und darum trotz ihrer unbestreitbaren Niedlichkeit der Albtraum so mancher Bauherren. In Grafing soll nun am Rand des Berufsschulgrundstückes ein Ersatzhabitat geschaffen werden – diesmal für die Haselmäuse. Manchmal müssen aber auch andere woanders hin: Die neue Tennishalle des SC Baldham-Vaterstetten, so war es kürzlich zu erfahren, musste wegen eines Haselmausvorkommens komplett umgeplant werden, weil sich keine geeignete Ausweichfläche in der Nähe finden ließ.

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