Einen politischen Paukenschlag gibt es am 28. Februar in der Marktgemeinde: Bürgermeister Michael Stolze erklärt seinen Rücktritt, zum 31. Mai will er sein Amt niederlegen. Der Schritt Stolzes kommt zwar überraschend, unerklärlich ist er indes nicht. Das politische Klima in Markt Schwaben war in den Wochen und Monaten zuvor ein äußerst raues gewesen.
Alles beginnt Dezember des Vorjahres, da wird bekannt, dass der Landkreis ein leerstehendes Gewerbegebäude in der Nähe des Bahnhofes angemietet hat und zur Flüchtlingsunterkunft umbauen will. Bis zu 120 Personen sollen dort einziehen – viele Anwohner des nahen Wohngebietes Burgerfeld reagieren mit Protest, auch eine Infoveranstaltung mit Landrat Robert Niedergesäß (CSU) und Stolze bringt keine Beruhigung. Die Anwohner initiieren unter anderem ein Bürgerbegehren gegen die Unterkunft. Dies wird im Februar vom Gemeinderat zwar aus formalen Gründen verworfen, in der Sache solidarisiert sich das Gremium aber mit den Anwohnern und fordert, wenn man die Unterkunft schon auf dem Verwaltungswege nicht verhindern kann, soll die Gemeinde dem Landkreis ein Ausweichgrundstück anbieten.
Wenige Tage nach der Sitzung folgt dann Stolzes Rücktritt, er begründet diesen damit, er sei „nicht mehr befähigt, dieses verantwortungsvolle Amt auszuüben“. Zwar gibt es sofort viel Zuspruch für den Bürgermeister, inklusive eines Appells, vom Rücktritt zurückzutreten, doch Stolze lässt sich nicht umstimmen. So kommt es am 9. Juni zur Neuwahl, diese gewinnt die bisherige Zweite Bürgermeisterin Walentina Dahms (CSU) souverän mit 62,3 Prozent gegen Ronny Schreib (ZMS).
In der Frage der Flüchtlingsunterbringung scheint die neue Rathauschefin ein glückliches Händchen zu haben. Zwar wird der Gewerbebau am Ziegelstadel trotzdem Unterkunft, aber nur für bis zu 66 Menschen. Weitere 90 sollen in einer noch zu errichtenden Einrichtung am Hanslmüllerweg unterkommen. Doch dass mit Markt Schwabener Anwohnern nicht zu spaßen ist, bekommt auch Dahms zu spüren: Im November gibt es Ärger um ein Neubauprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Tennisplätze am Hauser Weg.


