Irgendwo baumelte am hochgereckten Ausleger eines am Straßenrand geparkten landwirtschaftlichen Krans in jenen Tagen gut sichtbar eine Ampel. Zu Beginn des Jahres gingen die Bauern auch im Landkreis Ebersberg auf die Straße, Plakate mit Aufschriften wie „Es ist kein Herr so hoch im Land, der nicht lebt vom Bauernstand“ oder „Es reicht: Zu viel ist zu viel“ vorne auf ihren Traktoren. Mindestens 150 Fahrzeuge waren dabei, als Ende Januar zwei Protestzüge losrollten, von Parsdorf durch Anzing zur Kreisstadt, und von Glonn über Aßling, Grafing, Kirchseeon. Man traf sich schließlich in Zorneding. Kurz davor hatten sich 1500 Bauern aus dem Kreis und der Umgebung einer Sternfahrt nach München angeschlossen.
Auslöser waren die von der Bundesregierung beschlossene - und dann wieder zurückgenommene – Abschaffung der Kfz-Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge und die Subventionskürzung für den Agrardiesel. Geärgert aber hatten sich die Bauern nicht nur darüber, ihr Protest richtete sich gegen alles, was ihnen stinkt: Bürokratie, Bevormundung, Widersprüchlichkeiten in der Gesetzgebung, Land, Bund, Europa. Die Ampel musste halt als augenfälligster Gegner herhalten.

