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Landkreis Ebersberg:In der Warteschleife

Fotoclub Blende 85567 Grafing

Eine Fotoausstellung in Grafing setzt "Wasser" in Szene, hier ein Bild von Hans-Werner Schroer.

(Foto: Veranstalter)

Die Heimatmuseen tun sich schwer, die Auflagen zu erfüllen

Die Coronakrise stellt Kulturbetriebe wie Theater, Museen oder Kinos vor große Herausforderungen. Mit dem Lockdown ab Mitte März hatten sie vollständig schließen müssen, und auch trotz der Lockerungen tun sich besonders kleinere, lokale Einrichtungen schwer, den neuen Auflagen zu entsprechen. Auch die Situation der Heimatmuseen im Landkreis Ebersberg ist viel schwieriger.

Das Museum der Stadt Grafing ist bereits seit Anfang des Monats wieder geöffnet. Unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften können Besucher die Ausstellungsräume im Haupt- und Rückgebäude besichtigen; darüber hinaus wird noch bis Ende Juli die Sonderausstellung des Grafinger Fotoclubs Blende 85567 gezeigt. Seine Mitglieder haben sich diesmal auf höchst kreative Weise mit dem Thema "Wasser" in allen Aggregatszuständen auseinandergesetzt.

Die Vorstandschaft des Heimatmuseums Markt Schwaben hingegen hat vor kurzem bekanntgegeben, dass das Museum bis auf weiteres geschlossen bleiben wird. Aus räumlichen Gründen sei es nicht möglich, einen Rundkurs zu gestalten wie ihn die Auflagen vorsehen, erklärt Bernd Romir, Vorsitzender de Vereins. Auch das Durchsetzen der Abstandsregeln und die Begrenzung der Eintretenden sei angesichts der Bedingungen vor Ort kaum machbar: "Da bräuchten wir sogar eine Art Ampel." Man bereite aber bereits ein Hygienekonzept für die Jahresausstellung zum 30. Jubiläum des Vereins Heimatmuseum Markt Schwaben vor, die für Mitte November geplant ist. In den vergangenen zwei Jahren hat das Museum zwei neue Räume zur Zeitgeschichte eröffnet, den neuesten im November 2019 - "Gott sei Dank noch ehe Corona zugeschlagen hat," sagt Bernd Romir.

Das Heimatmuseum in Glonn, angesiedelt unter dem Dach der Klosterschule, muss ebenfalls bis auf weiteres geschlossen bleiben. Zwar sei der Umbau rund um den Brandschutz in dem denkmalgeschützten Gebäude abgeschlossen, erklärt die Vorsitzende des Kulturvereins Jutta Gräf, aber auch in diesem Museum sei aus räumlichen Gründen kein Rundkurs möglich. In der Galerie im Erdgeschoss könne man dagegen im September wieder die erste Kunstausstellung eröffnen, unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygienevorschriften freilich.

Auch das Heimatmuseum Kirchseeon, das jedes Jahr nur von Oktober bis März geöffnet ist, sieht sich mit Schwierigkeiten konfrontiert. "Wir stehen im Moment auf null," sagt Dagmar Kramer, Vorsitzende des Vereins für Heimatkunde. Die Abstandsregeln ließen sich bei einer Öffnung des Museums zwar sehr gut umsetzen, machten jedoch im Moment den geplanten Umbau der Ausstellung unmöglich: Normalerweise würde man das Museum in der Sommerpause ausräumen und im Anschluss neu gestalten - dies sei im Moment aufgrund der Auflagen aber nicht machbar. Man hoffe auf baldige Lockerungen, um die Besucherinnen und Besucher ab Oktober in neu gestalteten Räumen empfangen zu können.

© SZ vom 24.06.2020 / kafl

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