Immobilien im Landkreis Ebersberg:Schwer vermittelbar

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Immobilien im Landkreis Ebersberg: Wohnraum, hier das neue Baugebiet in Poing, ist nach wie vor sehr gefragt und dementsprechend teuer. Allerdings fallen die Preissteigerungen künftig wohl schwächer aus.

Wohnraum, hier das neue Baugebiet in Poing, ist nach wie vor sehr gefragt und dementsprechend teuer. Allerdings fallen die Preissteigerungen künftig wohl schwächer aus.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Im vergangenen Jahr sind die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen erneut teilweise kräftig gestiegen. Es gibt aber Anzeichen dafür, dass die Kurve demnächst abflacht.

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Wer im Landkreis Ebersberg ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, zahlt derzeit deutlich mehr, als noch vor einem Jahr. Das geht aus aktuellen Daten des Marktforschungsinstituts des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) hervor - und ist im Prinzip wenig überraschend. Bereits seit Jahren gehen die Immobilienpreise nicht nur im Landkreis stetig nach oben. Überraschender ist dagegen eine andere Erkenntnis aus dem Bericht: Wer im Landkreis Ebersberg ein Haus oder eine Wohnung mieten will, zahlt nicht selten den gleichen Preis, wie vor einem Jahr.

Damit bestätigt das IVD einen Trend, den ein anderer großer Immobilienvermittler bereits Anfang des Jahres festgestellt hatte: die Kreissparkasse. In deren im März vorgelegten Bericht gab es zwar teilweise fantastische Preise für Immobilien - aber eben auch die Warnung, dass sich die Entwicklung wohl in nächster Zeit ein gutes Stück abflachen wird. Grund dafür, so analysierten es die Sparkassen-Experten, ist die Mietpreis-Entwicklung. Diese könne nicht im gleichen Maße steigen, wie es die Kaufpreise in den vergangenen Jahren getan haben - denn hier gibt es eine harte Obergrenze: Wenn sich niemand findet, der bereit oder in der Lage ist, die Miete zu bezahlen, steht das Objekt leer. Was wiederum für alle Immobilien, in welche die Käufer nicht selbst einziehen wollen, die Rendite senkt - und damit letztendlich die Entwicklung der Kaufpreise zumindest bremst.

In einigen Gemeinden steigen die Mieten kaum

Die Seitwärtsbewegung bei den Mietpreisen zeigt sich besonders deutlich in der Gemeinde Zorneding: Hier hat es laut IVD-Bericht zwischen Frühjahr 2021 und 2022 nahezu keinerlei Änderungen gegeben. So blieben die Mieten für Wohnungen abhängig von Lage und Baujahr innerhalb einer Spanne von neun und 16 Euro pro Quadratmeter. Lediglich bei wiedervermieteten Neubauten stiegen die Mieten leicht: Hier lag der Korridor Anfang 2021 zwischen elf und 14 Euro, ein Jahr später waren es 50 Cent mehr. Die Kaufpreise für Wohnungen stiegen dagegen im gleichen Zeitraum von 4300 bis 6900 auf 5000 bis 7700 Euro pro Quadratmeter.

Etwas mehr Anstieg bei den Mieten gab es bei ganzen Häusern: Hier wurde vor einem Jahr zwischen 1800 Euro für ein einfaches Reihenmittelhaus bis zu 2400 Euro für eine überdurchschnittliche Doppelhaushälfte verlangt, aktuell sind es 2000 bis 2600 Euro. Aber auch hier sind die Kaufpreise deutlicher gestiegen: Das günstigste Objekt wurde im Frühjahr 2021 mit 730 000 Euro gelistet, das teuerste mit 1,28 Millionen Euro. Ein Jahr später betrug die Preisspanne 820 000 bis 1,45 Millionen Euro.

Sehr ähnlich stellt sich die Entwicklung in der Nachbargemeinde Kirchseeon dar. Dort lag der Mietpreiskorridor für Wohnungen Anfang 2021 wie Anfang 2022 bei 8,5 bis 15 Euro pro Monat und Quadratmeter. Häuser wurden vor einem Jahr für monatlich 1800 bis 2200 Euro vermietet, aktuell sind es 1800 bis 2500 Euro. Derweil stiegen die Kaufpreise für Wohnungen von 4000 bis 6500 Euro auf 4500 bis 7300 Euro. Bei Häusern zahlte man vor einem Jahr zwischen 680 000 und 1,18 Millionen Euro, derzeit sind es 920 000 bis 1,25 Millionen Euro.

Immobilien im Landkreis Ebersberg: Wer derzeit eine Wohnung neu anmietet, zahlt mancherorts die gleichen Preise, wie vor einem Jahr.

Wer derzeit eine Wohnung neu anmietet, zahlt mancherorts die gleichen Preise, wie vor einem Jahr.

(Foto: Niels Jörgensen)

Etwas mehr Anstieg bei den Mieten verzeichnen die beiden Städte Ebersberg und Grafing, hier stiegen die Preise von 9,8 bis 15 Euro in der Kreisstadt und 9,5 bis 15 Euro bei den Nachbarn auf 9,9 bis 15,2 beziehungsweise 9,5 bis 15,50 Euro. Dagegen betragen die Mieten für Häuser in Grafing derzeit zwischen 1830 und 2330 Euro, das sind im Schnitt 100 Euro mehr, als vor einem Jahr. In Ebersberg haben sich die Mieten für Häuser von 1510 bis 2190 Euro auf 1530 bis 2250 Euro verteuert.

Die Kaufpreise sind dagegen im gleichen Zeitraum für Wohnungen von 4250 bis 7000 Euro auf 4700 bis 7450 Euro in Grafing und von 4260 bis 6880 Euro auf 4450 bis 7220 Euro in Ebersberg gestiegen. Für Häuser zahlte man in der Kreisstadt vor einem Jahr noch zwischen 668 000 und 1,12 Millionen Euro, aktuell sind es 720 000 bis 1,22 Millionen Euro. In Grafing stiegen die Hauspreise derweil von 685 000 bis 1,25 Millionen Euro auf 750 000 bis 1,33 Millionen Euro.

Im Westen steigen die Preise stärker

Etwas mehr Bewegung bei den Mietpreisen gibt es noch im Landkreiswesten, was an der Nähe zu München liegen dürfte. So zahlte man für eine Wohnung in Vaterstetten Anfang vorigen Jahres 9,5 bis 17,9 Euro pro Monat und Quadratmeter, aktuell sind es zwischen 10,3 bis 18,6 Euro. In Poing stiegen die Preise von 10,9 bis 17,6 Euro auf zwölf bis 17,9 Euro und in Markt Schwaben von 9,3 bis 15 auf elf bis 16 Euro. Auffällig ist hier, dass der Anstieg bei den günstigsten Wohnungen prozentual und teilweise auch absolut deutlich stärker ausfällt, als bei den teureren Wohnungen.

Bei Miethäusern und Verkäufen gibt es nur für Vaterstetten ausführliche Zahlen, dort stieg der Preis für ein gemietetes Objekt von 1760 bis 2650 auf 1930 bis 2800 Euro im Monat. Die Kaufpreise für Wohnungen verteuerten sich zwischen Anfang 2021 und 2022 von 4510 bis 8130 auf 4950 bis 8550 Euro pro Quadratmeter. Häuser kosten aktuell zwischen 806 000 und 2,36 Millionen Euro. Vor einem Jahr lag die Spanne zwischen 741 000 und 2,26 Millionen Euro.

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