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SZ-Serie: Auf Touren:Vom Weihwasser zum Quellwasser

Die Tour eignet sich auch für heiße Sommertage.

(Foto: Christian Endt)

Die Radtour führt auf gut 33 Kilometern durch den Forst und den Landkreisnorden. Steigungen sind kaum zu bewältigen

Der Ebersberger Forst, das Schwabener Moos, die Quelle der Forstinninger Sempt und eine barocke Hochzeits- und Wallfahrtskirche bilden die Schwerpunkte dieser Tour durch den nordöstlichen Teil des Landkreises. Sie führt von Forstinning über Tading nach Pastetten und durchquert das Schwabener Moos. An der historischen Kressiermühle wird an einem Findling an die Wiege Markt Schwabens erinnert. Hinter Anzing spendet im Ebersberger Forst gerade an heißen Sommertagen der Schatten von Nadel- und Laubbäumen wunderbare Abkühlung.

Auf der Mühldorfer Straße - nahe dem Rathaus in Forstinning - geht es in Richtung Osten vorbei an der Kirche Mariä Heimsuchung und am Maibaum. Kurz vor "Salzburg" geht es unter der B 12 durch. Der Weg führt nun immer geradeaus weiter über Pullach und Karlsdorf nach Forstern. An der T-Kreuzung bleibt man links und gleich wieder rechts und kann sich an der beeindruckenden Aussicht auf die Tadinger Kirche erfreuen. Ein Besuch der am 5. Oktober 1719 eingeweihten und inzwischen neu restaurierten Barockkirche Mariä Himmelfahrt mit ihrem prunkvollen Hochaltar und dem herrlichen Deckengemälde lohnt sich. Gesegnet mit dem Weihwasser dieser Wallfahrtskirche geht es auf der Pfarrer-Huber-Straße 150 Meter weiter geradeaus und nach einer kleinen S-Kurve auf einem breiten Feldweg in nordwestlicher Richtung, an dessen Ende man in Reithofen auf die Tadinger Straße trifft. An der Hauptstraße radelt man rechts 200 Meter auf der Hohenlindener Straße. Der Weg führt geradeaus Richtung Harthofen zum Kramerwirt. Hier bietet sich eine sehr gute Möglichkeit, die individuelle Küche und den wunderschönen Biergarten zu genießen. Gut ausgeruht radelt man links auf die Hauptstraße, trifft bald auf die Lourdeskapelle und hält sich von dort nach 100 Metern rechts in westlicher Richtung. 550 Meter bleibt man auf der Raiffeisenstraße. Dort geht es rechts ab auf der Hauptstraße über die Autobahnbrücke der A 94 Richtung Markt Schwaben. Nach drei Kilometern folgt man dem Wegweiser links nach Wind. Hier hat sich unter der Schirmherrschaft der Kolpingsfamilie Markt Schwaben eine Sternwartengruppe zusammengefunden. Führungen können jederzeit vereinbart werden.

Die Tour führt zum Teil durch den schattigen Forst. Karte: Bayerische Vermessungsverwaltung, Jochen Hoepner

Nach einer Rechtskurve stößt man auf eine T-Kreuzung und erreicht nun das Schwabener Moos mit einer Vielzahl kleiner Mühlen. Es geht aber weiter nach links, wo man 400 Meter in südlicher Richtung fährt und an der ersten Straße rechts zur Wagmühle abbiegt. Eine kleine Brücke führt über die Forstinninger Sempt. Vorbei an dem kleinen Weiher erreicht man nach 500 Metern in westlicher Richtung auf einem breiten Waldweg wiederum eine schmale Brücke. Sie ermöglicht den Weg über die Anzinger Sempt. Auf der linken Seite befindet sich der Standort der ehemaligen Lohmühle und des Walkhäusls. Vor uns liegt Markt Schwaben. Nach 300 Metern folgt man dem Feldweg nach links in südlicher Richtung und erreicht nach einem Kilometer den historischen Stein zur Gründung Markt Schwabens. Direkt dahinter liegt die Kressiermühle. Am Ende der Mühlenanlage biegt man links ab und erreicht nach 100 Metern rechts einen sehr schmalen Wanderpfad. Wer will, kann absteigen und den Naturpfad auf einer Länge von 800 Metern genießen.

Wir erreichen die Quelle der Forstinninger Sempt. Dort fand man beim Kiesabbau einen alten Hort von 50 Spangenbaren aus der mittleren Bronzezeit (1200 v. Chr.), der in der Vitrine in der Aula der Grundschule Forstinning ausgestellt ist. Der Weg geht - nach der Brücke rechts - um einen Fischweiher herum und stößt nach 200 Metern an die Autobahn. Wir halten uns zweimal rechts, dann nach 300 Metern links. Nach 600 Metern trifft der Radler auf die Hauptstraße.

Ein Shortcut führt in einer Länge von 2,2 Kilometern nach links über die Autobahn nach Moos. Dort biegt man nach links ab und erreicht über die Mooserstraße den Ausgangspunkt.

Für die Langversion der Tour überquert man die Hauptstraße und fährt links 400 Meter parallel zur Landstraße Richtung Autobahn. Nun geht es stets parallel zur Autobahn 1,4 Kilometer bis zur Autobahnbrücke, die man in südwestlicher Richtung überquert. Stets geradeaus (auch über die Hauptstraße) hält man sich an der Gabelung nach rechts Richtung Oberasbach. Kurz vor dem Ortseingang führt der Weg nach rechts immer geradeaus nach Anzing - ebenfalls wieder über die Hauptstraße. Am Ende der Hirnerstraße gibt es die Möglichkeit zu einer kleinen Rast im Biergarten des Kirchenwirtes.

Gestärkt geht es weiter in südlicher Richtung. Auf der Högerstraße - immer geradeaus - biegt man nach der Gabelung links in die Parkstraße nach Obelfing. Vorbei an dem großen Tennisgelände führt nun der letzte Abschnitt der Tour durch den Ebersberger Forst. Bereits nach 500 Metern sollte man ein erstes Mal einen kurzen Halt einplanen. Ganz in der Nähe steht eine mannshohe Sandsteinsäule, der "Nonnenstein". Er soll an die verheerende Katastrophe von 1892/93 erinnern, bei der Tausende von Fichten durch Raupenfraß vertilgt wurden. Ein Zyklon, der nur zwei Jahre später weitere Flächen vernichtete, trug dazu bei, dass damals rund zwei Drittel des gesamten Baumbestandes des Ebersberger Forstes vernichtet wurde. Nicht weit entfernt steht eine Säule des Heiligen Hubertus, dem Schutzpatron der Jäger. 1,4 Kilometer weiter trifft man auf eine Kreuzung, die nach links auf dem "Schwaberweger Haupt Geräumt" Richtung Schwaberwegen führt. Dort nimmt man an der Hauptstraße den Weg nach links auf die Ebersberger Straße und radelt an der großen Kreuzung rechts auf direktem Wege auf der Münchner Straße zum Ausgangspunkt.

Die Tour zusammengestellt hat Jochen Hoepner, Naturfreund und Radlfahrer aus Baldham. Der gebürtige Laboeer publiziert seit 2016 Rad- und Wanderführer im Eigenverlag. Entnommen ist diese Tour dem Buch "Die schönsten Rad- und Wandertouren" im Landkreis Ebersberg, 3. Auflage, 2020, erhältlich zum Preis von 15 Euro bei allen lokalen Buchhändlern im Landkreis Ebersberg.

© SZ vom 06.08.2020

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