Nach dem Hochwasser-Wochenende:Noch immer nass – aber nicht mehr alarmierend

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In den Äckern und Feldern steht das Wasser, hier bei Bruck. Der Süden mit seinen schweren, lehmigen Böden steckt die Regenfälle schlechter weg als der Norden. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Feuerwehren im Landkreis Ebersberg freuen sich über eine Atempause und beobachten genau die Wetterentwicklung. In der Landwirtschaft ist die Lage noch entspannt.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Am Tag nach dem Regen-Wochenende klingt Kreisbrandrat Andreas Heiß schon wieder einigermaßen gelassen: Auch wenn es beständig vor sich hin tröpfelt, hat sich die Lage am Montag weiter entspannt. „Der regenfreie Tag am Sonntag hat uns sehr geholfen, die Pegelstände sind zurückgegangen“, erklärt Heiß, „jetzt haben wir einen kleinen Puffer drin.“ Ohnehin hatte sich die Hochwasserlage im Landkreis Ebersberg glücklicherweise nicht annähernd so gefährlich gestaltet wie in anderen Landkreisen, wo der Katastrophenfall ausgerufen werden musste, Ortschaften evakuiert wurden und sogar Menschen in den Fluten starben. Im Landkreis Ebersberg traten zwar einige Bäche über die Ufer und etliche Straßen wurden kurzzeitig überschwemmt, insgesamt aber passierte nicht viel.

Nach dem regen- und einsatzreichen Samstag gab es bereits am Sonntag nur noch vereinzelt hochwasserbedingte Einsätze für die Feuerwehren im Landkreis Ebersberg, etwa einen vollgelaufenen Lichtschacht in Zorneding. Aus dem Landkreis Freising kam laut Heiß am Montag die Anfrage, ob man eventuell leere Sandsäcke zur Verfügung stellen könne, diese wurden dann aber zunächst doch nicht gebraucht.

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Gänzlich Entwarnung geben will der Kreisbrandrat aber dennoch noch nicht. Denn der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor teils kräftigen Gewittern mit Unwetterpotenzial für den Landkreis. Der Fokus liegt hierbei auf dem Starkregen. Dabei können laut Wetterdienst 30 bis 60 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit fallen. Man müsse deshalb eben die Lage weiter beobachten, so Heiß. Sanfter Dauerregen würde wohl kaum zu weiteren Überschwemmungen führen, örtliche Starkregenereignisse bergen laut Heiß diese Gefahr aber durchaus.

Die Felder zu bearbeiten, das wird wohl in absehbarer Zeit nicht möglich sein. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Schon jetzt steht das Wasser überall auf den Feldern und Wiesen, doch für die Landwirte zieht Matthias Vodermeier, Kreisobmann des Bauernverbands, erst einmal eine vorsichtig optimistische Bilanz. Von größeren Schäden durch den heftigen Regen hatte ihm zumindest bis zum Montagvormittag noch niemand berichtet. Gerade im Landkreisnorden, wo er seinen Hof hat, fließe das Wasser durch den kiesigen Boden ohnehin in der Regel sehr gut ab, erläutert er. Problematischer sei es im Süden mit den schweren, lehmigen Böden. Hier bestehe auch eher die Gefahr, dass die Humusschicht weggeschwemmt werde. Das Getreide aber, das schon relativ hoch auf den Feldern steht, habe den Starkregen gut überstanden, „bisher haben wir Glück“, sagt Vodermeier.

Grundsätzlich sei Regen ja eher gut für die Landwirtschaft, so der Kreisobmann, bloß hätte es ja nicht unbedingt so viel auf einmal sein müssen. Und viele der Arbeiten, die die Landwirte jetzt eigentlich ausführen wollten, müssen wohl um eine ganze Weile verschoben werden – denn die aufgeweichten Felder können mit den schweren Geräten erst einmal nicht befahren werden. Sollte es zu lange nass bleiben, droht bei manchen Feldfrüchten Wurzelfäule. Vorerst aber sieht Vodermeier alles noch recht entspannt: „Ich hoffe bloß, dass es danach nicht in eine ewige Dürre umschlägt.“

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