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Corona im Landkreis Ebersberg:Kontrollen bei den Schnelltestzentren

Coronatestzentren müssen verstärkt mit Kontrollen rechnen

Innerhalb weniger Wochen sind überall im Landkreis Schnellteststationen eingerichtet worden. Sie werden künftig häufiger kontrolliert.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Werden Hygienevorgaben eingehalten und Tests richtig ausgeführt? Das Gesundheitsamt hat sich umgesehen - mit Konsequenzen für einen Betreiber.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Zwei Mitarbeiter des Ebersberger Gesundheitsamts haben in den vergangenen Tagen eine Tour durch die Schnelltestzentren im Landkreis gemacht und überprüft, ob Hygienemaßnahmen eingehalten und Tests richtig ausgeführt werden. Eine der Teststationen in Poing ist dabei durch Hygienemängel aufgefallen, für sie hat der Landkreis die Beauftragung widerrufen. In diesem Fall hatte zuvor schon die Regierung von Oberbayern den Hinweis auf mögliche Mängel gegeben. Ansonsten waren die 25 Schnellteststationen, die die Kontrolleure bis zum Dienstag besucht haben, weitgehend in Ordnung, kleinere Probleme konnten schnell behoben werden. Die Teststationen von Medican, deren Betreiber in Verdacht steht, bei den Abrechnungen betrogen zu haben, sind im Landkreis weiterhin geschlossen.

Ohnehin rechnet Brigitte Keller, Chefin des Corona-Krisenstabs im Landratsamt, damit, dass die Teststationen bald wieder verschwinden werden. Denn weil zum Besuch eines Ladens oder einer Gaststätte bei den niedrigen Inzidenzen, wie sie derzeit registriert werden, kein Test mehr erforderlich ist, wird das Angebot auch kaum mehr benötigt. Das ist zwar einerseits eine erfreuliche Entwicklung, andererseits bedauert Keller auch den Rückgang der Schnelltestzahlen. Denn die Tests seien hilfreich, um Dunkelziffern zu erkennen und notfalls gegensteuern zu können, sagt die Corona-Krisenmanagerin. Sie hoffe, dass die Apotheken weiterhin diesen Service böten. Erhalten bleibe auf jeden Fall auch die Schnellteststation vor dem Impfzentrum in Ebersberg.

Kontrolliert wurden allerdings nicht nur die Teststationen, auch bei den Gaststätten im Landkreis haben in den vergangenen Tagen Fachleute vom Landratsamt vorbeigeschaut. Es sei festgestellt worden, dass teilweise die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten worden seien, teilt das Landratsamt mit. Auch hier werde es weitere Kontrollen geben.

Was die Infektionszahlen betrifft, bleibt die Entwicklung positiv. Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag laut dem Dashboard des Robert-Koch-Instituts bei 19,5, also leicht unter dem Wert vom Vortag. Allerdings gibt es auch schlechte Nachrichten: Dem Gesundheitsamt wurde ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet, damit erhöht sich die Zahl seit Beginn der Pandemie auf 179. Und in Grafing hat die britische Variante des Coronavirus sich stark verbreitet; 21 der aktuell 69 Infizierten leben hier. Wie das Landratsamt erklärt, haben sich bei einer privaten Feier mehrere Personen angesteckt. Die Infizierten hätten zunächst nicht alle Kontaktpersonen angegeben, "sodass sich die Infektionen weiter unkontrolliert in den Familien verbreiten konnten", wie das Landratsamt meldet.

Damit sich Ähnliches nicht bald wiederholt, appelliert die Behörde für besondere Vorsicht während der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft. Wer sich mit Freunden zum Fußballschauen treffe, solle möglichst vorher von den Schnelltestangeboten im Landkreis Gebrauch machen oder selbst einen Schnelltest anwenden. "Mit dem Wissen, nicht an einer Corona-Virusinfektion zu leiden, feiert es sich umso besser", so das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Große Public-Viewing-Veranstaltungen werde es in diesem Jahr ohnehin nicht geben. Das gemeinsame Fußballschauen im Restaurant oder Biergarten sei - mit einem klar begrenzten Personenkreis - jedoch möglich. Im Außenbereich dürfen sich maximal 100 Personen und im Innenbereich maximal 50 Personen, einschließlich Geimpfter und Genesener für ein Mini-Public-Viewing zusammenfinden. Eine Termin- oder Platzreservierung und die Erhebung von Kontaktdaten ist hierfür nötig.

Schleppend geht es aufgrund des Mangels an Nachschub nach wie vor mit dem Impfen voran. Noch bis Ende Juni wird es - sollte die Lage so bleiben - im Impfzentrum keine Termine für Erstimpfungen geben. Die Vergabe von Terminen für die erste Dosis ist sogar im System des Freistaats momentan blockiert, wie das Landratsamt mitteilt. Nach wie vor warten im Landkreis Ebersberg 12 883 Registrierte der Priorität drei auf ihre Erstimpfung. Sobald wieder Impfstoff zur Verfügung steht, soll dieser Personenkreis im Impfzentrum vorrangig geimpft werden, so das Landratsamt. Die Erstimpfquote im Landkreis liegt inzwischen bei 44,38 Prozent; 21,38 Prozent haben auch schon die zweite Impfung.

© SZ vom 09.06.2021
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