Landgericht München:Millionen-Betrug: Angeklagter freigesprochen

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Landgericht München: Immer wieder hatte die Frau aus Vaterstetten hohe Summen an die Betrüger überwiesen.

Immer wieder hatte die Frau aus Vaterstetten hohe Summen an die Betrüger überwiesen.

(Foto: Fabian Sommer/dpa)

Im Fall einer 77-jährigen Frau aus Vaterstetten, die von mehreren Männern um insgesamt 2,1 Millionen Euro geprellt worden ist, gibt es einen Freispruch vor dem Münchner Landgericht.

Von Andreas Junkmann, Vaterstetten/München

Der 36-jährige Mann aus dem Landkreis München, der zusammen mit mehreren Komplizen eine Frau aus Vaterstetten um rund 2,1 Millionen Euro betrogen haben soll, ist vom Gericht freigesprochen worden. Das bestätigte ein Sprecher am Freitagnachmittag auf SZ-Nachfrage. Bereits zu Prozessbeginn vergangene Woche beteuerte der gelernte Buchbinder, mit der Sache nichts zu tun zu haben. Nun bestätigte das Gericht um den Vorsitzenden Thomas Lenz seine Unschuld.

Was den 36-Jährigen freuen dürfte, ist für die 77-jährige Frau aus Vaterstetten umso ärgerlicher. Damit nämlich schwinden die Chancen deutlich, dass sie zumindest einen Teil ihres Geldes jemals wiederbekommen wird. "Die 2,1 Millionen Euro sind komplett weg", sagte sie bereits zum Verhandlungsauftakt vor einer Woche. Im Oktober 2020 war die Frau, die als Wissenschaftlerin arbeitet, Opfer einer groß angelegten Betrugsmasche geworden. Von einem falschen Polizisten der Kripo Erding angelockt, hatten die Täter der Frau glauben gemacht, ihr Bankberater wolle sie um ihr Vermögen bringen. Dazu gaben sich die Männer als Mitarbeiter von Interpol aus und drängten die 77-Jährige dazu, ihr Geld auf ein neu eröffnetes Konto bei einer Internetbank zu retten.

Die Täter wandeln das Geld in Bitcoins um und räumen das Konto leer

Die Frau fiel auf die Masche rein und überwies einen Betrag nach dem anderen in die Hände der Betrüger - jeweils mehrere Hunderttausend Euro. Letztlich summierten sich die Zahlungen auf jene 2,1 Millionen Euro an, die nun für immer verloren scheinen. Die Täter nämlich wandelten das Geld in die Kryptowährung Bitcoin um und räumten das Konto leer.

Einer der Beteiligten soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft jener 36-Jährige aus dem Landkreis München gewesen sein, der sich deshalb wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs verantworten musste. Tatsächlich war der Angeklagte in der Vergangenheit bereits in eine ganz ähnliche Betrugsmasche verwickelt gewesen und hatte dafür auch eine Freiheitsstrafe verbüßt. Dass er aber auch im aktuellen Fall seine Finger im Spiel hatte, konnte vor Gericht nicht nachgewiesen werden.

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