Kunstverein Das Beste in der Einfachheit

Der Poinger Stefan Duttenhöfer erhielt den Förderpreis, Elisabeth Mehrl aus Emmering den Kunstpreis des Landkreises.

(Foto: Christian Endt)

Zur Vernissage der Jahresausstellung wurden der Förderpreis und der Kunstpreis des Landkreises verliehen

Von Franziska Langhammer, Ebersberg

"Das Einfache ist nicht immer das Beste, aber das Beste ist immer einfach" - mit Anleihen an das Zitat des bedeutenden Reformarchitekten Heinrich Tessenow hat Mit-Organisator Hubert Maier die Vergabe des diesjährigen Förderpreises an den Poinger Künstler Stefan Duttenhofer begründet. Die Auszeichnung im Wert von 750 Euro wurde von der Firma Boesner aus Forstinning gesponsert und am Samstag im Rahmen der Jahresausstellung 2018 des Kunstvereins Ebersberg verliehen.

Duttenhofers Installation mit dem Titel "solange" überzeugte die Mitglieder der Jury, sagte Maier: "Dein Werk ist so einfach, so wunderbar, dass wir nicht drum herum kamen, dir den Preis zu geben." Die Animation im kleinsten Nebenraum der Galerie zeigt in minimalistischer Manier einen Wasserhahn, aus dem unaufhörlich Wasser tropft. Dabei nimmt Duttenhofer unter anderem Bezug auf die Technik des Daumenkinos und der "laterna magica". "In der Arbeit steckt die ganze Geschichte der Film- und Videokunst", so Maier in seiner Laudatio. Stefan Duttenhofer, der an der Kunstakademie München studierte und als Kunsttherapeut in einer psychiatrischen Klinik arbeitet, hat lange Zeit Skulpturen gemacht, bevor er sich vor wenigen Jahren den Video-Installationen zuwandte. "An dem Medium interessiert mich der zeitliche Aspekt", erklärt er, "als Bildhauer ist man vor allem im Raum unterwegs." Bei seiner Installation "solange" habe ihn vor allem die Frage umgetrieben: Wie kann ich Zeitlichkeit sichtbar machen?

Der Kunstpreis des Landkreises Ebersberg im Wert von 2000 Euro ging an die Emmeringer Künstlerin Elisabeth Mehrl. Ihr großflächiges Akrylbild "Es war einmal" sei von einer "unheimlichen malerischen Qualität", so Hubert Maier: "In deinen Werken tauchen Gegenstände auf und ab, als wären sie nicht von dieser Welt." Dabei betonte er, dass es Mut brauche, vermeintlich "schöne" Gegenstände wie Perlen abzubilden - ein Statement entgegen der landläufigen Fasson, sich "rotzigeren" Motiven zuzuwenden.

Schmuck, so sagte Mehrl am Rande der Veranstaltung, benutze sie in ihrer Kunst als Metapher: "Es war einmal - etwas sehr Kostbares, das kommt und vergeht; man sieht es, aber es ist schon in der Auflösung begriffen." Dieses Changieren zwischen Hell und Dunkel versinnbildliche für sie auch das Auf und Ab des Lebens. Mehrl studierte Bildende Kunst und Kunstgeschichte an der Universität München und ist eine der ersten Preisträgerinnen des Kunstpreises der Stadt Ebersberg. "Und sie ist die erste Kunstpreisträgerin des Landkreises", sagte Landrat Robert Niedergesäß, der die Auszeichnung überreichte, "damit schließt sich der Kreis". Der Kunstpreis des Landkreises kam auf Initiative von Bürgermeister Walter Brilmayer (CSU) zustande und wird von der Kreissparkasse gefördert. Für die Jahresausstellung hatten sich 200 Künstler aus ganz Deutschland beworben, von denen 50 ausgewählt wurden.

Die Werke werden bis zum 8. April in den Räumen der Alten Brennerei in Ebersberg gezeigt.