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Kunstprojekt:Traum zum Mitnehmen

Die Bilder aus dem Kunsttherapieprojekt "Ich schenk' Dir einen Traum" wurden nun in der Kreisklinik für einen guten Zweck versteigert.

(Foto: Christian Endt)

Versteigerung der Bilder von Kindern krebskranker Mütter

Leinwände wohin man schaut. Großformatige, kleine quadratische oder Triptychen, teils mit klaren Motiven, teils sehr abstrakt. Mal sehr filigran gearbeitet, mal eher intuitiv mit großzügigem Farbauftrag, der mit einem Spachtel weiter geformt wurde. So unterschiedlich die Bilder äußerlich auch sein mögen, verbindet sie doch der Gedanke dahinter. Hier wurden Emotionen verarbeitet und das sieht man auch. Ungewissheit, Wut, Trauer, Verwirrung aber auch Hoffnung lässt sich auf den Gemälden erkennen, die im Foyer des ersten Stocks in der Ebersberger Kreisklinik ausgestellt werden.

Sie alle entstanden in dem Kunstprojekt "Ich schenk' dir einen Traum", das von den beiden Kunsttherapeutinnen Jutta Seyfried und Gaby Müller geleitet wird. Es ist Teil des "Ebersberger Kleeblatt" einem psychosozialen Nachsorgeprojekt im Brustzentrum Ebersberg. Hier können Kinder von an Krebs erkrankten Frauen an fünf Workshop-Samstagen, die sich über das ganze Jahr verteilen, künstlerisch tätig werden. "Wir bilden damit einen Raum, indem die Kinder geschützt sind und auch nicht reden müssen, wenn sie es nicht wollen. Allerdings wissen alle, dass die Mamas der anderen auch Krebs haben und das verbindet sie, weil sie das gleiche Schicksal haben", so Müller. Beim Bayerischen Krebspatientenpreis 2017 holte das Projekt sogar den dritten Platz und wurde mit einer Siegprämie von 1000 Euro für das außerordentliche Engagement belohnt.

Bei der diesjährigen und bereits zehnten Vernissage der Gemälde war dies, neben dem Jubiläum, ein Grund zum Feiern. Wie in den vergangenen Jahren auch wurden die Bilder versteigert. Der Erlös kommt dabei dem Projekt selbst wieder zugute und hilft, die Materialkosten zu decken, damit der Kurs auch im nächsten Jahr wieder komplett kostenlos für die Betroffenen angeboten werden kann. Dieses Engagement wurde auch von Walter Brilmayer (CSU), Bürgermeister von Ebersberg, in seiner Eröffnungsrede hervorgehoben. Auch der Geschäftsführer der Kreisklinik, Stefan Huber, ließ es sich nicht nehmen, lobende Worte für das Projekt auszusprechen, ebenso wie die Gratulation von Landrat Robert Niedergesäß (CSU), der zum dritten Platz, mit den Worten "Das ist nicht mehr Bundesliga, sondern Champions League!" beglückwünscht haben soll.

Die Gemälde kamen beim Publikum jedoch mindestens genauso gut an. Von den knapp 70 Bildern wurden bis auf eines alle versteigert. Nicht selten brachten dabei einzelne Bilder einen Preis von mehr als hundert Euro auf das Aktionskärtchen - ein voller Erfolg also. Des Öfteren entbrannten gar Gefechte, weil mehrere Bieter dieses Gemälde unbedingt in Händen halten wollten. Der gute Zweck der Veranstaltung war jedoch durchgehend spürbar, gerne griffen alle tiefer in die Tasche, um das engagierte Projekt zu unterstützen und den Künstlern ihre Wertschätzung auszudrücken.