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Kultur in Ebersberg:Vorverkauf für Ebersberger Kulturfeuer startet

Kulturfeuer 2018 - abendliche Hofstimmung

Auch 2020 gibt es das "Kulturfeuer" wieder.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Das Ebersberger Festival lädt 2020 wieder dazu ein, im Klosterbauhof und im Alten Speicher Kabarett, Musik und Artistik zu genießen. Der Vorverkauf beginnt am Montag.

Viele Chöre leiden ja an Überalterung - obwohl das gemeinsame Singen offenbar voll im Trend liegt. Jedenfalls schießen derlei freie Angebote derzeit wie Pilze aus dem Boden. "Rudelsingen" heißt eines dieser Formate, das sich nun auch Hans Klaffl einmal angesehen hat. Das Fazit des Ebersberger Musikers und Kabarettisten: "So nicht!" Doch das Interesse seines Managerfreundes Markus Bachmeier war geweckt - deshalb gibt es beim nächsten "Kulturfeuer" in Ebersberg ein neues Format: eine "Mitsingernacht" von und mit Hans Klaffl. Ohne Kabarett, dafür aber mit reichlich musikalischer Interaktion.

Ja, das Kulturfeuer: Wer jetzt schon genug hat vom beginnenden Winter, der kann sich bereits an der Vorfreude auf das Festival 2020 wärmen. Von 15. bis 26. Juli wird es neben Karibikflair und Begegnung im Klosterbauhof wieder ein Feuerwerk an Veranstaltungen im Alten Speicher bieten. Der Vorverkauf für das von der Kreissparkasse, der Stadt und dem Alten Kino präsentierte Kulturfeuer startet am Montag, 25. November, zehn Uhr.

Auch heuer wird der Klosterbauhof wieder in magisches Licht getaucht

Die Erinnerung an die drei vorhergehenden Ausgaben von 2014, 2016 und 2018 ist noch lebendig: Da war der Klosterbauhof jeweils zwei Wochen lang in magisches Licht getaucht, verabredeten sich die Ebersberger Abend für Abend mit Freunden, Bekannten und Kollegen in ihrem neuen urbanen Wohnzimmer, plauderten an Biergartentischen, entspannten sich rund um die Feuerschale aus der Werkstatt der Künstlerfamilie, chillten am Strand mit Palmen, Schirmen und Liegestühlen, tanzten, sangen und genossen die magischen Nächte mitten in der Stadt - ganz ohne Zwang und Eintrittspreis. "Raum zu schaffen für Begegnung ist doch eine Hauptaufgabe von Kultur", sagt Bachmeier, Chef vom Alten Kino.

Die Macher des Ebersberger "Kulturfeuers" freuen sich schon darauf, den Klosterbauhof wieder in ein Wohnzimmer zu verwandeln.

(Foto: Christian Endt)

Während der Klosterbauhof also wieder diesen Raum, diverse Live-Acts und ein Kinderprogramm bereithält, setzen die Veranstaltungen im Alten Speicher erneut einen starken artistischen Schwerpunkt: Movimento präsentiert wieder eine völlig neue Show. Unter dem Titel "Masquerade" wird die einzigartige Bewegungskünstegruppe des TSV Grafing mit mehr als 200 Artisten im Alter von zehn bis 28 Jahren wieder Tanz, Akrobatik, Jonglage, Einrad, Trapez, Luftring, Vertikaltuch, Cyr-Ring und Chinese Pole auf die Bühne bringen und mit imposanten Gruppenchoreografien und spektakulären Einzeldarbietungen beeindrucken. "Für uns ist das Kulturfeuer immer ein ganz wichtiges Event", sagt Stefan Eberherr, Chef der Movimentos. Denn nur dort, im Alten Speicher, könnten einmal alle Artisten gemeinsam eine Show auf die Bühne bringen. Ein Aufwand, der sich hier lohnt, denn es sind gleich vier Termine für Movimento reserviert. "Das ist auch für die Beteiligten toll, weil man erst bei den Wiederholungen anfängt, die Nervosität etwas zu verlieren und bewusst am Geschehen teilzuhaben", erklärt Eberherr.

Aber auch Kabarettfans, Musikliebhaber, Theatergänger und Feierlustige kommen beim Kulturfeuer nicht zu kurz. Ein Höhepunkt ist ein "Wiener Sommerabend" mit den Münchner Symphonikern und Dirigent Stephan Koncze. Sie machen sich auf eine vergnügliche Spurensuche in der Stadt an der Donau und nehmen Brahms, Johann Strauß, Beethoven, Mozart und viele andere Komponisten unter die Lupe. Musikalisch kommen auch die Wellküren daher mit ihrem Volksklassik-Programm "Abendlandler", Toni Bartls Trio Knedl & Kraut mit seinem Instrumentenspektakel "Bayerische Weltreise" und die Münchner Bluesrock-Band The Whiskey Foundation mit ihrem neuen Album "Blues and Bliss".

Bei Günter Grünwald und Helmut Schleich wird es wortgewaltig

Einen kabarettistischen Abend gestalten der wortgewaltige Ingolstädter Günter Grünwald - "definitiv vielleicht" - und der geniale Helmut Schleich mit "Kauf, Du Sau!". Die freie Münchner Theatergruppe Wirtshausmannschaft bringt ihren "Gott des Gemetzels" auf die Bühne - eine preisgekrönte Inszenierung in bayerischer Sprache.

Und Hans Klaffl? Der ist schon auf der Suche nach Stücken für seine "Mitsingernacht", denn der ehemalige Musiklehrer hat sich vorgenommen, dem "Gegröle des Rudels" etwas entgegenzusetzen. Denn wer ihn schon mal als Kabarettisten erlebt hat, weiß, dass er das Publikum gerne zum Singen anstiftet - laut Bachmeier konnte man "The Lion Sleeps Tonight" da schon fünfstimmig hören. Ein bisschen niveauvoller soll es also werden, geplant ist, ein paar Songs mehrstimmig einzuüben, begleitet von einer kleinen Band. "Aber alles ganz ohne Druck", verspricht Klaffl. "Man muss nichts können, nur wollen!" Dann werde man feststellen: "Selber singen macht glücklich." Stehplätze bietet der Alte Speicher übrigens gute tausend. Laut könnte es also durchaus werden bei der ersten Ebersberger "Mitsingernacht".

Karten gibt es ab Montag, 25. November, zehn Uhr, entweder bei der Ticketstelle im Foyer des Alten Speichers, telefonisch unter (08092) 255 92 05 oder online unter www.kultur-in-ebersberg.de.

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