Im Kreistag steht ein weiterer Wechsel an. Der FDP-Landesvorsitzende und Fraktionschef Martin Hagen will sein Mandat im Landkreis Ebersberg aufgeben. Darüber wird zunächst der Kreis- und Strategieausschuss am kommenden Mittwoch beschließen. Hagens Sitz im Kreistag und gegebenenfalls im Ausschuss für Soziales, Familie, Bildung, Sport und Kultur soll die FDP-Kreisvorsitzende Susanne Markmiller übernehmen, sie ist erste Nachrückerin auf der Liste der Liberalen.
Formell müssen die Ausschussmitglieder und anschließend der Kreistag dem Wechsel zustimmen. Dass man Hagen aus dem Gremium entlässt, gilt aber als Formsache. Bereits zur Wahlperiode 2014 wurde die Niederlegung eines Mandates in Landkreis oder Gemeinde erleichtert. Zuvor musste man gesundheitliche Gründe oder einen Wechsel des Wohnortes aus dem Kreis beziehungsweise der Gemeinde nachweisen. Martin Hagen begründet sein Ausscheiden aus dem Kreistag nun damit, dass ihm "die ordnungsgemäße Ausübung der Tätigkeit aufgrund neuer Verpflichtungen" nicht mehr möglich sei. Der Vaterstettener wurde am 6. November zum neuen Landesvorsitzenden der bayerischen FDP gewählt.
Auf Nachfrage erklärt Hagen, der auch Fraktionschef der Liberalen im Landtag ist, "nach meiner Wahl zum Landesvorsitzenden der FDP Bayern erlaubt es mir mein Terminkalender leider nicht mehr, den Aufgaben eines Kreisrats in angemessener Weise gerecht zu werden. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass sich ihre Vertreter im Kreistag mit ganzer Kraft einbringen. Deshalb habe ich entschieden, das Mandat niederzulegen, so dass Susanne Markmiller für mich in den Kreistag nachrücken kann."

Die Liberalen sind seit der Kommunalwahl im Jahr 2020 mit zwei Sitzen im Kreistag Ebersberg vertreten, neben Hagen hat noch der langjährige FDP-Kreisvorsitzende Alexander Müller ein Mandat. Die Kirchseeonerin Markmiller, die in der Marktgemeinde seit März 2020 die FDP im Gemeinderat vertritt, ist ihm im September im Amt des Kreisvorsitzenden nachgefolgt. Bei der Kreistagswahl 2020 hatte sie das drittbeste Ergebnis für die FDP erzielt, was damals knapp nicht für den Einzug ins Gremium gereicht hat.
Dem Mandatswechsel final zustimmen muss dann noch der Kreistag in seiner Sitzung am 13. Dezember, dies gilt allerdings als Formsache.
