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Kreissparkasse in  der Kritik:Das Vereinskonto wird gebührenpflichtig

Das Geldinstitut schafft die bisherige Gratisregelung ab. Das bringt der Bank Mehreinnahmen von 125 000 Euro.

Bankkunden, die ein Konto bei der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg haben, müssen höhere Gebühren bezahlen. Die Sätze werden zum 1. September angepasst, teilte die Kreissparkasse mit. Betroffen von der Änderung sind nicht nur Privat- und Geschäftskunden, sondern auch Vereine. Für ein bislang kostenfreies Geschäftsgirokonto mit Gemeinwohlorientierung werde künftig eine monatliche Gebühr in Höhe von 2,90 Euro erhoben, heißt es in einem im Juni verschickten Schreiben. Auch die Kosten für "beleghafte Geschäftsvorfälle" sollen sich erhöhen. Im Landkreis Starnberg gibt es nun bereits Proteste: Die Junge Union (JU) Starnberg hat die Neuerung deutlich kritisiert. Die Bank hingegen verteidigt die Umstellung.

Der Starnberger JU-Kreisvorsitzende Christoph Picker fordert die Beibehaltung eines kostenlosen Vereinskontos. Dem Protest gegen die Kostensteigerung haben sich offenbar auch Vertreter diverser betroffener Sportvereine sowie von sozialen und kulturellen Vereinigungen im Landkreis Starnberg angeschlossen. "Die Kreissparkasse ist kein Unternehmen wie jedes andere", so Picker, sondern sei vielmehr eine Anstalt des öffentlichen Rechts. In seinem Schreiben verweist er auf die Sparkassenordnung, in der es heißt, dass die Sparkassen die Erfüllung von Aufgaben der Kommunen im wirtschaftlichen, regionalpolitischen, sozialen und kulturellen Bereich unterstützen. Aus dem Landkreis Ebersberg sind bisher noch keine Proteste gegen die Neuerungen bekannt, die die Kreissparkasse mit den sich ändernden Verhältnissen an den Kapitalmärkten begründet, wie Vorstandsmitglied Torsten Koch erläutert. Die historischen Niedrigzinsen führten demnach zu erheblichen Belastungen. Die Preisanpassung der etwa 3600 Konten für Vereine und gemeinwohlorientierte Institutionen sei "im Marktvergleich moderat" und stelle nach wie vor eine erhebliche Vergünstigung dar. Immerhin: Die Sparkasse dürfte künftig etwa 125 000 Euro Mehreinnahmen allein durch die Vereine verbuchen. Gleichwohl betont Koch, dass "die Einnahmen in diesem Kundenkreis auch künftig nicht kostendeckend sein werden".

Außerdem stehe in seinen Augen die Einführung von Gebühren für Vereinskonten durchaus im Einklang mit der Sparkassenordnung. "Unsere größte Verantwortung ist es, unsere Finanzierungskraft in der Fläche und die Versorgung aller Bevölkerungskreise, der regionalen Wirtschaft und der öffentlichen Hand mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen auch unter aktuellen Marktbedingungen aufrecht zu halten", erklärt Vorstandsmitglied Koch. Darüber hinaus unterstütze man die Vereine auch durch das ermäßigte Girokonto.