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Kreisklinik Ebersberg:Mehr Platz für Krankenwagen

Kreisklinik Außenaufnahmen

Die neue Zufahrt zur Notaufnahme der Ebersberger Klinik soll auch die Anwohner entlasten.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Für die neue Notaufnahme der Kreisklinik an der Münchner Straße steht der Finanzplan

Von Wieland Bögel, Ebersberg

Die Finanzierung der neuen Notaufnahme der Ebersberger Kreisklinik ist gesichert. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Kreis- und Strategieausschuss einstimmig die Kostenteilung zwischen dem Krankenhaus und dem Landkreis. Der Kreistag muss dies in seiner Märzsitzung noch offiziell bestätigen, was allerdings als Formsache gilt.

Bereits seit Jahren wünscht man sich bei der Klinik eine Verlegung der Notaufnahme, diese ist bisher auf der Nordseite in der Pfarrer-Guggetzer-Straße. Weshalb die Krankenwagen, die stets über die Münchner Straße Richtung Krankenhaus fahren, noch einen kleinen Umweg hinter das Gebäude nehmen müssen. Dies, und die beengten Straßenverhältnisse hinter der Klinik führen zu Zeitverzögerungen, und auch für die Anwohner ist die Lage nicht immer angenehm.

Vor knapp vier Jahren reiften dann die Pläne für die Verlegung so weit, dass man sie der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Geplant ist eine Notaufnahme, wie man sie von anderen großen Krankenhäusern kennt, eine eigene Fahrspur parallel zur Münchner Straße soll den Patiententransport sowohl für Krankenwagen wie für Privatfahrzeuge einfacher und schneller machen. Gleichzeitig wäre mit der neuen Notaufnahme auch eine weitere Vergrößerung der Klinik verbunden. In der Entwurfsplanung wurde ein Gebäude mit drei weiteren Geschossen präsentiert - zusammen mit einem aus heutiger Sicht durchaus ambitionierten Zeitplan: Ende 2019 hätte man mit dem Bau beginnen wollen, nach derzeitigem Stand wird es wohl Anfang des kommenden Jahres losgehen. Zumindest steht es so in der nun präsentierten Finanzplanung. Fürs kommende Jahr stehen darin erstmals Ausgaben für die neue Notaufnahme, der Landkreis erwartet Kosten von 1,076 Millionen Euro. Im Jahr 2023 werden dann laut Plan 3,824 Millionen und im Folgejahr noch einmal 460 000 Euro fällig. Diese insgesamt 5,36 Millionen Euro sind allerdings nur der Anteil, der aus dem Kreishaushalt direkt finanziert wird. 1,072 Millionen Euro wird die Klinik übernehmen, dabei handelt es sich um die übliche Kostenteilung acht zu zwei, die der Kreistag 2015 für Baumaßnahmen am Krankenhaus beschlossen hatte.

Den weitaus größten Teil der insgesamt auf 17,5 Millionen Euro geschätzten Kosten für die Baumaßnahme wird indes der Freistaat Bayern übernehmen. Um die 10,8 Millionen Euro rechnet man sich als Fördergeld aus - und auch die dann noch bei Landkreis und Krankenhaus verbleibende Summe werden diese nicht aus ihren normalen Haushalten bestreiten müssen. Denn sie haben geerbt.

Vor knapp drei Jahren war die Baldhamerin Ehrentraud Jakob verstorben und hatte in ihrem Testament die Kreisklinik großzügig bedacht. Sie hinterließ ein Vermögen in Form von Immobilien, der Wert wird auf bis zu zehn Millionen Euro geschätzt. Genaue Zahlen liegen zwar erst vor, wenn die Häuser verkauft sind, für die neue Notaufnahme dürfte es aber auf jeden Fall reichen. Zumindest Landrat Robert Niedergesäß (CSU) zeigte sich in der Sitzung des KSA da sehr zuversichtlich. "Das wird sich gut ausgehen", meinte er auf die Frage von Alexander Müller, nach dem Plan, falls das Erbe nicht reichen sollte. Ansonsten, so Kreiskämmerin Brigitte Keller, müsse man eben die Differenz nach dem bekannten Verhältnis von acht zu zwei aufteilen.

Nach diesem werden auch die Kosten für die Notaufnahme aus dem Erbe in die jeweiligen Haushalte übernommen: Der Landkreis bestreitet seinen Anteil direkt aus der Erbmasse, über die er die Verfügung hat. Der Kostenanteil der Kreisklinik wird zunächst an diese aus dem Nachlass überwiesen.

© SZ vom 01.03.2021
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