Manche Menschen hatten in diesem Jahr viel mehr Freizeit, als ihnen lieb war, das gilt für Künstler ebenso wie etwa für Beschäftigte im Gastgewerbe. Andere hatten keine Zeit zum Durchschnaufen, beispielsweise die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diagnostikzentrums des Landkreises im früheren Kreissparkassengebäude.
An Weihnachten werden nun auch sie ein paar Tage Pause haben, geschlossen ist vom 24. bis zum 27. Dezember und vom 31. Dezember bis zum 3. Januar - eine Tatsache, die von dem Zornedinger FDP-Politiker Peter Pernsteiner und auch von der FDP im Nachbarlandkreis München heftig kritisiert wird. "Corona schert sich leider einen Dreck um unsere Feiertage", so Pernsteiner in einer Pressemitteilung. Er sei der Meinung, "dass wir in eine katastrophale Situation rauschen und in unserem Landkreis nicht rechtzeitig entsprechend gegengesteuert wurde".
Tatsächlich macht das Ebersberger Diagnostikzentrum länger Pause als die meisten ähnlichen Einrichtungen im Münchner Umland. In Fürstenfeldbruck beispielsweise hat das Testzentrum nur am 25. Dezember und am 1. Januar geschlossen, in Dachau ist Pause am 24. und 25. sowie am 31. Dezember und am 1. Januar. Im Landkreis Erding hat die Screeningstelle in der Kreisstadt zwar zu, in der zweiten Teststelle des Landkreises in Dorfen ist aber auch an den Feiertagen Betrieb, nur am 25. Dezember und am 1. Januar ist auch hier geschlossen. Ebenso handhabt es das Testzentrum in Haar, das allen Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis München offen steht.

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Im Landkreis Ebersberg ist der Hauptgrund für die längere Schließung an den Feiertagen nach Angaben des Landratsamts die Tatsache, dass auch das Labor, mit dem man zusammenarbeitet, in diesen Tagen geschlossen ist. Jochen Specht, der Leiter des Testzentrums, verteidigt aber die Entscheidung: Es gebe deshalb keine Versorgungslücke, unterstreicht er. Denn ohnehin würden am Diagnostikzentrum keine Betroffenen mit Krankheitssymptomen getestet, hier müssten sich die Patienten an das Medizinische Versorgungszentrum an der Kreisklinik oder an ihren Hausarzt wenden.
Wer einen Test benötigt habe, um Angehörige in Altenheimen an Weihnachten zu besuchen, habe noch bis Mittwoch die Gelegenheit zu einem PCR-Test am Diagnostikzentrum gehabt. "Die Ressourcen waren hierbei größer als die Nachfrage", so Specht. Man habe am Mittwoch in eineinhalb Stunden etwa 400 Abstriche genommen, hätte aber auch noch mehr Tests vornehmen können. PCR-Tests an einem der Weihnachtstage hätten hingegen niemandem mehr genutzt für einen Weihnachtsbesuch in einer Behinderten- oder Pflegeeinrichtung, da es hier ja eine Weile dauert, bis das Ergebnis vorliegt.
Wer derzeit als Kontaktperson in Quarantäne sei und an den Feiertagen den zehnten Tag der Isolation erreicht habe, könne ein Angebot des Betreibers des Impfzentrums nutzen und dort einen Schnelltest absolvieren. Falle dieser negativ aus, ende automatisch auch die Quarantäne, erläutert Specht. So sehe es auch der Gesetzgeber vor. Wer erst in diesen Tagen eine Mitteilung erhalte, dass er oder sie Kontaktperson der Kategorie 1 sei, oder eine Alarmmeldung der Corona-Warn-App erhalte, für den ist laut dem Leiter des Ebersberger Diagnostikzentrums ein Test unmittelbar ohnehin nicht sinnvoll. Ob eine Infektion tatsächlich vorliege, zeige sich schließlich erst nach einigen Tagen. In diesem Fall sollen sich die Betroffenen in Quarantäne begeben und warten, bis sie vom Gesundheitsamt einen Testtermin zugewiesen bekämen.
