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Virus-Krise:Kreis Ebersberg: Die Zahl der Corona-Infizierten sinkt weiter

Ein Eindruck aus dem Testlabor für Corona in Poing.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Der Landkreis Ebersberg dehnt seine Maßnahmen gegen das Coronavirus aus. Nun nehmen die Schwerpunktpraxen ihren Betrieb auf.

Im Landkreis greift nun eine weitere Maßnahme im Kampf gegen das Coronavirus. Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung schreibt, haben die insgesamt sechs Schwerpunktpraxen ihren Dienst aufgenommen. Damit hat Versorgungsarzt Marc Block die ärztliche Versorgung der Corona-Patienten neu strukturiert. Nach wie vor gilt der Behörde zufolge aber die Regel, dass Patienten zunächst den Hausarzt beziehungsweise in der Nacht und am Wochenende den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 kontaktieren sollen.

Bei einem begründeten Corona-Verdacht oder der nachgewiesenen Erkrankung werde dann der Kontakt zu einer der Schwerpunktpraxen hergestellt. Patienten würden dann dort behandelt werden. "Mit dieser Aufteilung soll bestmöglich vermieden werden, dass Menschen mit und solche ohne Covid-19-Erkrankung in einer Praxis zusammenkommen", heißt es vom Landratsamt.

Unterdessen ist die Zahl der erkrankten Personen weiter rückläufig. Zahlen vom Dienstagnachmittag zufolge sind derzeit 143 Menschen im Landkreis Ebersberg mit dem Coronavirus infiziert. In häuslicher Quarantäne befinden sich 324 Menschen. Seit Ausbruch der Pandemie wurden im Landkreis insgesamt 292 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. 149 von ihnen sind wieder gesund. Damit ist im Landkreis Ebersberg erstmals die Zahl der Infizierten um neun Fälle zurückgegangen. "Das ist noch kein Trend, aber ein kleiner positiver Lichtblick. Die Ausgangsbeschränkungen scheinen Wirkung zu zeigen", so das Landratsamt.

In der Kreisklinik werden aktuell 15 infizierte Patienten behandelt, fünf von ihnen befinden sich auf der Intensivstation, vier müssen dort beatmet werden. Wie die Behörde weiter mitteilt, gebe es 27 Verdachtsfälle, sie werden isoliert stationär behandelt.

Genauso wie das Krankenhaus macht auch das Diagnostikzentrum keine Osterferien. Abstriche werden auch am Karsamstag möglich sein. Bis zu diesem Donnerstag können dazu Termine vereinbart werden, sofern eine Überweisung des Hausarztes vorliegt. Nur über die Osterfeiertage bleibt das Diagnostikzentrum dann geschlossen, da auch das zuständige Labor die Abstriche nicht bearbeiten kann. Die Befundergebnisse von Karsamstag seien deshalb laut Landratsamt nicht vor Mittwoch, 15. April, zu erwarten. Abstrichtermine für Dienstag, 14. April, können am Karsamstag von 8 Uhr bis 13 Uhr unter der Telefonnummer (08092) 823 686 vereinbart werden. Voraussetzung ist aber auch hier das Vorliegen eines Überweisungsscheines durch den behandelnden Hausarzt.

Auch weiterhin setzt der Landkreis alle Hebel in Bewegung, um dem Virus Herr zu werden. Dazu soll nun auch die Zusammenarbeit der im Rettungszweckverband organisierten Landkreise intensiviert werden. Dazu gehören die Kreise Ebersberg, Erding und Freising. Freie Kapazitäten der unterschiedlichen Anforderungsstufen sollen landkreisübergreifend mit Patienten belegt werden. Dazu wird ein Gesamtkonzept erstellt und mit den übergeordneten Behörden abgestimmt.

© SZ vom 08.04.2020 / SZ

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