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Kontroverse um Verkehr:Mehr Infos zur Berufsschule

Pöring - Flüchtlingsunterkunft

Auf dem Feld hinter der neuen Flüchtlingsunterkunft in Pöring soll die Berufsschule entstehen.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Zornedings Rathauschef reagiert auf Kritik aus der Bevölkerung

"Wir hatten ja noch gar keine konkreten Informationen", verteidigt Zornedings Bürgermeister Piet Mayr (CSU) das Vorgehen der Gemeindeverwaltung. Der Zornedinger Rathauschef steht wegen dem möglichen Bau einer Berufsschule im Ortsteil Pöring in der Kritik. Rund 400 Bürger hatten eine Unterschriftenliste unterzeichnet, um ihre Kritik auszudrücken, dass die Gemeinde sie in die Planung des Projektes viel zu wenig einbinde. Der Initiator der Unterschriftenliste, Franz Bachl, fasst die Kritikpunkte in einem Brief zusammen, den er an den Bürgermeister geschickt hat. Darin heißt es, dass der Standort in Pöring für eine Berufsschule vor allem deshalb abgelehnt werde, weil das Verkehrsaufkommen deutlich zunehmen würde. Mit 400 zusätzlichen Fahrzeugen, die täglich durch Pöring zur Schule fahren, wird gerechnet.

Um die Bürger besser einzubinden, fordern die Grünen im Gemeinderat schon seit Längerem eine Bürgerversammlung. "Was hätten wir den Bürgern denn auf so einer Versammlung erzählen sollen?", stellte Mayr diese Forderung allerdings auch am Montag noch infrage. Viele Details seien erst seit Kurzem klar, so Mayr, "bei so einer Veranstaltung wollen die Bürger ja ganz konkrete Informationen, die gab es bislang aber einfach noch nicht."

Das habe sich inzwischen geändert, weswegen man nur stärker auf die Bürger zugehen wolle: Wenige Tage vor der jüngsten Gemeinderatssitzung fand ein Abstimmungstreffen statt, an dem neben Vertretern der Gemeinde unter anderem Fachleute der IHK, des Kultusministeriums und der Kreishandwerksmeister teilnahmen. Auch Vertreter der beiden Landkreise Ebersberg und München kamen zu dem Treffen, sie wollen die Schule gemeinsam bauen und auch betreiben.

Nun, da die "bislang nur sehr vagen Pläne konkreter Gestalt annehmen", sei es der Gemeinde natürlich wichtig, die Bürger zu informieren, betont Mayr. Und freilich sei dabei auch eine Bürgerversammlung denkbar. In der nächsten Gemeinderatssitzung wolle man auch die Unterschriftenliste und die im Brief formulierte Kritik besprechen. "Das kommt natürlich auf die Tagesordnung", kündigt Mayr an. Auch in den vergangenen Gemeinderatssitzungen war bereits vehement über die geplante Berufsschule gestritten worden, im Oktober beschloss das Gremium, die Pläne nur weiterzuverfolgen, wenn zuvor ein stimmiges Verkehrskonzept für die Schule erstellt wird.

© SZ vom 31.01.2017
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