Konstituierende Sitzung in Glonn:Frisches Lüftchen

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Gemeinderat bewältigt gleich erste Herausforderung

Von Nathalie Stenger, Glonn

Ein frischer Wind weht zunächst einmal durch die konstituierende Gemeinderatssitzung in Glonn. Wortwörtlich. Denn es werden nicht nur acht neue Gemeinderäte vereidigt, nein, es ist einfach kalt in der Turnhalle der Grundschule, dem vorübergehendem Austragungsort der Sitzungen. So kalt, dass die meisten Zuhörer und Räte ihre Jacken längst wieder angezogen haben, als ein kurzer Abstecher des Bürgermeisters Josef Oswald (CSU) zur Schulhaustechnik ergibt: Leider müssen diesmal alle weiterfrieren, die Klimaanlage ist mit der des Hallenbads verknüpft.

Abgesehen von den ungewöhnlich niedrigen Temperaturen verlief die Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters in Glonn jedoch unkompliziert und mit ausreichend Abstand. Ausgezählt wurde im Geräteraum auf einem Sprungkasten, neben den blauen Matten. Das Ergebnis ist deutlich: Der Vorschlag von Grünen-Politiker Fritz Gerneth, zur Abwechslung mal eine Frau, nämlich seine neue Fraktionskollegin Stefanie Kintzel erst als Zweite, dann als Dritte Bürgermeisterin zu wählen, wurde im Gremium nicht angenommen. Peter Gröbmayr von der CSU, der auch die vergangenen sechs Jahre Stellvertreter Oswalds war, setzte sich mit 15 zu sechs Stimmen gegen Kintzel durch. Auch das Amt des Dritten Bürgermeisters wird in Glonn nicht neu besetzt - Stefan Jirsak (Glonner für Glonn) erhielt 13 Stimmen, Stefanie Kintzel sieben Stimmen und Jutta Gräf von der SPD eine Stimme.

Die Besetzung der Ausschüsse war sogar noch schneller vorbei als die Wahlen des Zweiten und Dritten Bürgermeisters. Erstmals gibt es dieses Jahr einen Krisenausschuss mit zehn Mitgliedern. Im Zuge der Coronakrise werde das empfohlen, so der Erste Bürgermeister, damit sei auch ein kleines Gremium beschlussfähig, falls mehrere Räte krank werden sollten. Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses wird Joachim Stefer (CSU). Georg Empl (CSU) und Jutta Gräf sind von sofort an Seniorensprecher, als Jugendsprecherinnen wurden Anna Hintermaier (CSU) und Stefanie Kintzel ernannt.

Im Zuge einer neuen Geschäftsordnung wurden auch Anträge der Grünen in der Sitzung behandelt. Es sei ein Zeichen von Transparenz, so Gemeinderat Gerneth, die Tagesordnungspunkte nichtöffentlicher Sitzungen öffentlich zu machen. Zumindest solle man den Bürgern einen Hinweis darauf geben, worüber in den Sitzungen gesprochen werde, sagte er. Bürgermeister Oswald erklärte, dass dies laut Recherche bisher keine Gemeinde so handhabe, dementsprechend fiel die Abstimmung über den Antrag aus: 17 zu vier Stimmen lehnten eine Veröffentlichung nichtöffentlicher Inhalte ab.

Auch um die 15-minütige Bürgerfragezeit vor Beginn einer jeden Sitzung ging es. Bisher gilt folgende Regel: Wer als Bürger von einem Thema, das in der Sitzung besprochen wird, betroffen ist, darf reden. Die Grünen fordern 15 Minuten für den Bürger zu allen Themen, unabhängig von dem, was im Gemeinderat debattiert wird. Hier erntete die Grünen-Fraktion Kritik: Es sei alles andere als zielführend, wenn der Gemeinderat nicht auf die angesprochenen Themen vorbereitet sei, so ein Einwand. Auch hier stimmte die Mehrheit gegen eine Änderung.

© SZ vom 14.05.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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