Konkurrent für Georg Hohmann (SPD) Konkurrenz statt Einheitskandidat

Die neue Wählergruppierung "Zukunft Markt Schwaben" will einen Bewerber für das Bürgermeisteramt nominieren.

Von Karin Kampwerth

Um den Bürgermeistersessel im Markt Schwaber Rathaus werden am 16. März 2014 zwei Bewerber streiten. Foto: Endt

(Foto: EBE)

Markt Schwabens Bürgermeister Georg Hohmann (SPD) wird bei der Kommunalwahl 2014 wohl doch nicht konkurrenzlos ins Rennen gehen können. Die Wählergruppe "Zukunft Markt Schwaben" (ZMS), die sich auf Initiative des früheren CSU-Ortsvorsitzenden und mittlerweile parteilosen Gemeinderates Hubert Bauer gegründet hat, will einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen. Nominiert werden soll dieser zusammen mit den Kandidaten für die Gemeinderatsliste am kommenden Samstag, 14. Dezember.

Auch wenn der Name des Herausforderers oder der Herausfordererin von Hohmann noch unter Verschluss gehalten wird, steht eine andere Personalie indes fest: Bauer selber wird die Gruppierung nicht anführen. Wohl auch aus strategischen Gründen, denn der streitbare 72-Jährige hat sich bei CSU-Anhängern unbeliebt gemacht, weil er immer wieder von der Parteilinie abgewichen ist. Zum Vorsitzenden wurde Martin Ache gewählt. Sein Stellvertreter ist Wolfgang Korda, Schriftführerin Lisa Schwarz und Schatzmeister Michel Patin. Ache zufolge alles Markt Schwabener Bürger, die erst seit wenigen Jahren am Ort wohnen und wie viele Neubürger keinen Zugang in die verkrusteten Strukturen der alt eingesessenen Parteien fänden. Hubert Bauer ist als Beisitzer im Vorstand aktiv und will erneut für den Gemeinderat kandidieren.

Der 64-jährige Ache, der als Prokurist in einer Münchner Bank arbeitet, ist bislang in Markt Schwaben kommunalpolitisch noch nicht in Erscheinung getreten, bringt aber dennoch Erfahrung mit. Der gebürtige Hesse saß in seinem Heimatort Wetzlar für die FDP im Stadtrat und war dort Fraktionssprecher. Nach eigener Aussage hat Ache, der seit sechs Jahren in Markt Schwaben wohnt, der Partei aber schon vor 20 Jahren den Rücken gekehrt, "weil ich den ursprünglichen Liberalismus nicht mehr erkannt habe." Außerdem lehne er jede Art von Lobbyismus ab. An seinen späteren Wohnorten Wolnzach und Pfaffenhofen an der Ilm habe er sich aufgrund seiner beruflichen Verpflichtungen politisch nicht engagieren können. "Aber ich gehe im nächsten Jahr in Rente", sagt Ache, der aufgrund seines Alters eine Bürgermeisterkandidatur aber ausschließt.

Wichtig sei seiner Gruppierung, den Markt Schwabenern eine Alternative zu bieten. Seiner demokratischen Grundauffassung nach bedeute Wahl auch immer Auswahl. Es könne deshalb nicht sein, dass keine der Oppositionsparteien - im Markt Schwabener Gemeinderat sind das derzeit die CSU, die Freien Wähler und die Grünen - einen Gegenkandidaten aufstelle. "Das spricht für eine absolute Alternativlosigkeit", sagt Ache. Diese spiegele sich auch in der Arbeit des Gemeinderates wider.

Ache und seine Gruppierung wollen die Bürger verstärkt in wichtige Entscheidungen einbinden. Außerdem stehe die ZMS für mehr Transparenz im Rathaus. Dazu gehöre auch die Offenlegung der Hintergründe für die desolate Finanzsituation in der Gemeinde, eine bessere Kontrolle der Ausgaben und eine Stärkung der Einnahmen. Ziele, die sich der amtierende Gemeinderat und der Bürgermeister zwar selbst in die Agenda geschrieben haben, genauso wie die Verkehrsberuhigung im Zentrum, die Förderung des Einzelhandels und des kulturellen Lebens. All das will die Gruppierung Ache zufolge allerdings "ohne hinderliche Parteidisziplin" vorantreiben. "Wir unterscheiden uns in den Details", sagt Ache selbstbewusst. Es gehe um die kleinen Schritte. Als Beispiele nennt er die Verbannung des Schwerlastverkehrs aus der Ortsmitte durch intelligente Beschilderung, den barrierefreien Umbau der Gemeinde etwa durch die Absenkung der Bordsteine und die Einrichtung eines Gemeindebusses.

Eine Hürde muss die Gruppierung jedoch noch nehmen, bevor Wähler ihr Kreuzchen im Frühjahr bei der ZMS machen können. Bis zum 3. Februar 2014 müssen 180 Markt Schwabener per Unterschrift im Rathaus ihr Interesse an der Gruppierung bekunden. Nur dann wird die ZMS überhaupt zur Wahl zugelassen. Doch da ist Ache zuversichtlich. "Ich gehe zu einhundert Prozent davon aus, dass wir das schaffen", sagt der 64-Jährige. Demnach sei der Zuspruch ordentlich, die Kandidatenliste umfasse inzwischen 18 Mitglieder.