Kommunalwahl 2026Richtig spannend wird es nur in wenigen Orten

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Bald wird wieder ausgezählt in den Wahllokalen im Landkreis Ebersberg. Als erstes wird feststehen, wer Bürgermeisterin oder Bürgermeister wird – oder in die Stichwahl muss.
Bald wird wieder ausgezählt in den Wahllokalen im Landkreis Ebersberg. Als erstes wird feststehen, wer Bürgermeisterin oder Bürgermeister wird – oder in die Stichwahl muss. Peter Hinz-Rosin
  • Knapp 112 000 Bürgerinnen und Bürger dürfen am Sonntag im Landkreis Ebersberg wählen gehen.
  • In neun von 21 Kommunen gibt es nur einen Bewerber oder keine Bürgermeisterwahl.
  • Spannend wird die Kreistagswahl und ob die AfD ihre Stimmenzahl ausbauen kann.
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Knapp 112 000 Personen im Landkreis Ebersberg dürfen bei den Kommunalwahlen ihre Stimme abgeben. Die Frage, wer künftig das Rathaus führt, ist nur in zwölf der 21 Kommunen interessant.

Von Barbara Mooser, Ebersberg

Ein Neuer oder eine Neue im Leben – das ist ja immer eine aufregende Sache. Insofern werden die Bürgerinnen und Bürger aus Aßling, Forstinning und Pliening am Wahlsonntag wohl besonders gespannt auf das Ende der Auswertung der Stimmzettel warten: Ihre Rathäuser bekommen auf jeden Fall einen neuen Chef oder eine Chefin, weil die bisherigen Amtsinhaber nicht nochmals angetreten sind. Das gilt im Prinzip auch für Oberpframmern und Frauenneuharting, hier stehen die Rathauschefs mangels Gegenkandidaten eigentlich schon vor der Wahl fest. Einige der spannendsten Fragen bei dieser Kommunalwahl werden vermutlich ohnehin erst am Montag beantwortet: Wird der Kreistag ordentlich durchgemischt, müssen sich die Fraktionen neue Partner für Mehrheiten suchen? Und wird in Steinhöring erstmals die AfD in den Gemeinderat einziehen?

An die 112 000 Wahlberechtigte dürfen im Landkreis Ebersberg über die Zusammensetzung der Kommunalparlamente entscheiden. Die aktuellsten Zahlen, die im Landratsamt dazu vorliegen, stammen von Ende September 2025, zu diesem Zeitpunkt waren genau 111 721 Wahlberechtigte registriert, etwas weniger als noch bei den Kommunalwahlen 2020.

Kommunalwahl 2026
:So hat der Landkreis Ebersberg gewählt

Wer sind die neu gewählten Bürgermeister und Landräte, wo kommt es zu zu einer Stichwahl und welche Mehrheiten gibt es in den Stadträten und Kreistagen? Ein Überblick in Karten und Grafiken.

Etwa 10 000 Wahlberechtigte bekommen einen Stimmzettel weniger als die übrigen: In Markt Schwaben gibt es diesmal keine Bürgermeisterwahl, Amtsinhaberin Walentina Dahms (CSU) hat den Job bis 2032 bereits sicher. Wegen des Rücktritts ihres Vorgängers Michael Stolze wurde sie 2024 außerturnusmäßig gleich für eine achtjährige Amtszeit gewählt.

Drei Bürgermeisterinnen gehen konkurrenzlos an den Start

In insgesamt acht weiteren Gemeinden im Landkreis gibt es zwar einen Stimmzettel für die Bürgermeisterwahl – aber dennoch keine Auswahl, hier gibt es nur jeweils einen Bewerber oder eine Bewerberin. Interessant: Drei von vier Bürgermeisterinnen, die sich zur Wiederwahl stellen, gehen konkurrenzlos an den Start: Inge Heiler (Aktive Bürgerliste Egmating) in Egmating, Claudia Streu-Schütze (Freie Wählergemeinschaft) in Emmering und Kathrin Alte (CSU) in Anzing. Nur Martina Lietsch (Freie Liste Steinhöring)  hat in Christian Schächer von der CSU einen Mitbewerber.

In den Städten und den größeren Gemeinden im Landkreis wird der Wahlabend unterschiedlich interessant. In Ebersberg etwa treffen zwei Bewerber aufeinander, die auch schon 2020 auf dem Wahlzettel standen: Amtsinhaber Ulrich Proske, der als Parteiloser für die SPD antritt, und Josef Peis, der auch schon 2020 gern Bürgermeister geworden wäre. Damals erhielt er nur 9,4 Prozent der Stimmen und kam nicht einmal in die Stichwahl. Diesmal allerdings dürfte er deutlich mehr einfahren – schließlich ist er der einzige Herausforderer und zudem nicht nur der Kandidat seiner eigenen Wählergruppe „Pro Ebersberg“, sondern auch der CSU.

Ebersbergs Bürgermeister Ulrich Proske kurz vor seinem Einsatz bei einer Podiumsdiskussion im Alten Speicher. 2020 hatte er das Bürgermeisteramt erobert, nun will er es verteidigen.
Ebersbergs Bürgermeister Ulrich Proske kurz vor seinem Einsatz bei einer Podiumsdiskussion im Alten Speicher. 2020 hatte er das Bürgermeisteramt erobert, nun will er es verteidigen. Barbara Mooser

In Grafing hat es Amtsinhaber Christian Bauer (CSU) mit zwei Mitbewerbern zu tun: Christian Kerschner von der SPD und Walter Schmidtke von der Bayernpartei. Beide sind auch schon 2020 angetreten, mit überschaubarem Erfolg: Kerschner war auf 5,9 Prozent der Stimmen gekommen, Schmidtke auf 3,4 Prozent. Diesmal allerdings haben die in Grafing traditionell sehr starken Grünen keinen Kandidaten oder keine Kandidatin am Start – das wird sicher Auswirkungen haben. Dass es reicht, Christian Bauer in die Stichwahl zu zwingen, ist dennoch eher unwahrscheinlich.

Auch in Poing dürfte Amtsinhaber Thomas Stark (CSU) fest im Sattel sitzen; wie 2020 tritt gegen ihn Reinhard Tonollo von der SPD an. Damals sicherte sich Stark eine klare Mehrheit von 60,2 Prozent. In Kirchseeon, wo es Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) 2020 noch mit drei Mitbewerbern zu tun hatte und in die Stichwahl musste, ist diesmal die einzige Konkurrentin Susanne Markmiller von der FDP.

Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer bei der Eröffnung der Hundewiese in der Gemeinde. Hündin Bella war auch im Wahlkampf öfter mit von der Partie.
Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer bei der Eröffnung der Hundewiese in der Gemeinde. Hündin Bella war auch im Wahlkampf öfter mit von der Partie. Christian Endt

Die meisten Mitbewerber in den großen Gemeinden hat Leonhard Spitzauer (CSU), Bürgermeister von Vaterstetten, darunter Maria Wirnitzer von der SPD, gegen die er 2020 in der Stichwahl nur knapp gewonnen hat. Außerdem treten David Göhler (Grüne) und Sonja Kiran (Freie Wähler) an. Allein die Zahl der Kandidaten lässt eine Stichwahl zumindest nicht ganz unmöglich erscheinen. In Zorneding steht Amtsinhaber Piet Mayr (CSU) diesmal einem Bewerber gegenüber, der von gleich drei Parteien nominiert wurde, nämlich von SPD, Grünen und Freien Wählern: Falk Skeide, der sich selbst als überparteilichen Bürgermeisterkandidaten bezeichnet. Dritte im Bunde ist Melanie Schaffenroth von der FDP.

Im Landratsamt ist wie immer Wahl-Watching

Auch bei der Landratswahl gibt es drei Kandidaten, neben Amtsinhaber Robert Niedergesäß (CSU) sind das Thomas von Sarnowski von den Grünen und erstmals ein Landratskandidat der AfD, nämlich Christoph Birghan. Letzterer hat eigentlich gerade erst ein neues politisches Amt angetreten, er ist 2025 in den Bundestag eingezogen. SPD und Freie Wähler haben keine eigenen Kandidaten.

Die Wahl 2020 hatte Niedergesäß trotz vier Gegenkandidaten klar mit gut 60 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Spannend dürfte bei der Kreistagswahl insbesondere werden, wie sich die Mehrheitsverhältnisse künftig gestalten. 2020 war das Jahr der Grünen gewesen: Sie gewannen fünf Mandate dazu und wurden zur zweitstärksten Fraktion. Dafür halbierten die Wähler die Zahl der SPD-Sitze nahezu. Ob sich hier erneut viel verändert und ob die AfD, die derzeit drei Vertreter im Kreistag hat, ihre Stimmenzahl ausbauen kann, wird sich frühestens am Montag zeigen.

Wer am Wahlabend gern zusammen mit anderen das Eintrudeln der Ergebnisse verfolgen will, hat wie immer im Landratsamt Ebersberg die Gelegenheit dazu. Von 18 Uhr an ist die Behörde geöffnet, auch Landrat Robert Niedergesäß wird mit von der Partie sein. Die Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen dürften Schätzungen aus den Behörden zufolge gegen 19 Uhr oder 19.30 Uhr eintreffen. Wer Landrat wird – oder in die Stichwahl muss –, wird sich voraussichtlich gegen 20 Uhr zeigen.

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